Johannes Thome, Direktor der psychiatrischen Klinik der Universität Rostock, unternimmt es, auf 40 Seiten in das Werk Immanuel Kants einzuführen. Das Büchlein endet mit dem Appell, Immanuel Kant zu lesen, den der Autor zugleich durch die Warnung konterkariert, der Philosoph wirke „abgehoben und schwer verständlich“. Warum man sich diese schwere Kost antun soll, begründet Thome mit den Schlagworten, Kant habe eine Philosophie der Vernunft, der Freiheit und des Friedens entworfen und damit die Fragen der Erkenntnistheorie, der Ethik, der Religionsphilosophie und der Anthropologie bearbeitet. Er hebt hervor, dass Kant mit seinem Leser in einen Dialog tritt, um uns den Weg zum Selbstdenken zu zeigen. So verteidigt er ihn zuletzt gegen die Kritik der russisch-amerikanischen Philosophin Autorin Ayn Rand, die Kants Philosophie als „Falle für Einfältige“ bezeichnet hat. Wer das Bändchen liest, hat mal was von Kant gehört, wobei die lebenslange Beschäftigung des Königsbergers mit dem Problem, die in der Natur wirkenden Kräfte zu verstehen, ebenso außen vor bleibt wie seine Gottsuche etwa im Rahmen der „ Kritik der Urteilskraft“. Aber mehr ist wohl auf 40 Seiten, von denen 12 auf Einleitung und Biografie verwandt werden, nicht drin. Philosophie für unterwegs Halle: Mitteldeutscher Verlag. 2025 48 Seiten 8,00 € ISBN 978-3-96311-942-2