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Georg LangenhorstReligionspädagogische Beiträge

Georg Langenhorst,

Religionspädagogische Beiträge

Firmung, das verschenkte Sakrament

Veröffentlichung:1.5.2019

Der Artikel analysiert die aktuelle Krise des Firmsakramentes in der katholischen Kirche. Ausgehend von konkreten Beispielen kirchlicher Reformversuche in verschiedenen Diözesen werden die pädagogischen, theologischen und praktischen Probleme der Firmvorbereitung dargelegt. Der Autor entwickelt zwei vielversprechende Modelle: Firmung ab 16/18 Jahren oder als Begleitsakrament zur Einschulung.

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Georg Langenhorst analysiert in seinem Beitrag die tiefgreifende Krise des Firmsakramentes in der zeitgenössischen Pastoralpraxis. Ausgangspunkt sind drei konkrete Szenen aus verschiedenen Diözesen (Passau, Manchester, St. Gallen, Deutschland), die zeigen, dass kirchliche Verantwortungsträger mit unterschiedlichen Reformansätzen auf die unbefriedigende Situation der Firmvorbereitung und -spendung reagieren. Der Autor identifiziert drei zentrale Problembereiche: erstens unrealistische Erwartungen, da zwischen den pädagogischen Intentionen der Katecheten und den tatsächlichen Interessen der Jugendlichen ein großer Graben klafft; zweitens komplizierte Durchführungsprobleme, da die Firmkatechese zu schulisch geprägt ist und bildungsferne Jugendliche ausschließt; drittens theologische Unsicherheit hinsichtlich der Logik und des Sinnes dieses Sakramentes. Langenhorst betont, dass Firmung historisch ein Initiationssakrament vor der Erstkommunion war und erst durch die Gemeindetheologie der 1970er Jahre reinterpretiert wurde. Bei der Lösungssuche verwirft der Autor zwei Modelle als wenig vielversprechend: das Festhalten an der bisherigen Praxis (12-14 Jahre) und eine altersübergreifende Firmkatechese nach freiem Modell, da letztere sozial ungerecht wäre und nur privilegierte Jugendliche erreicht. Stattdessen favorisiert der Autor zwei zukunftsweisende Modelle: erstens Firmung ab 16/18 Jahren als bewusste Mündheitserklärung, wenn auch unter bestimmten theologischen Bedingungen; zweitens und besonders reizvoll ein Modell, das Firmung zur Einschulung vorsieht und damit zur ursprünglichen theologischen Sequenz Taufe-Firmung-Eucharistie zurückkehrt. Dieses letzte Modell hätte den Vorteil, religiös sensible Übergangsphasen sakramental zu begleiten, würde die Stärken der Elementarpädagogik nutzen und könnte die kirchliche Jugendarbeit von der Firmvorbereitung entlasten.

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