Der Artikel stellt einen Rückblick auf die AKRK-Jahrestagung 2018 dar, die sich unter der Leitmetapher des Spiels mit der Wahrheitsfrage in der religiösen Bildung auseinandersetzte. Rita Burrichter nutzt die Spielmetapher – inspiriert durch Johan Huizingas "Homo Ludens" – als Zugang, um die komplexe und unübersichtliche Konstellation unterschiedlicher Interessen, Intentionen und Informationen in postfaktischer Zeit zu analysieren. Die Tagung folgte einer prozessorientierten Dramaturgie, die verschiedene disziplinäre Perspektiven einbezog. Burrichter würdigt die "fremden" Perspektiven der Referenten: Roman A. Siebenrock (Systematische Theologie) behandelt die Wahrheitsfrage als apophatische Herausforderung unter Pluralismsbedingungen; Marian David (Theoretische Philosophie) analysiert Wahrheitsaussagen formal-analytisch; Viera Pirker (Pastoralpsychologie) untersucht Identitätskonstruktion und Religiosität; Dagmar Hoffmann (Medienwissenschaft) befasst sich mit Wahrheitserfahrung in digitalen Medien. Im Anschluss folgen praxisorientierte Workshops zu "Spielräumen der Religionspädagogik" mit Themen wie interreligiöse Bildung, Ideologiekritik und poetische Wahrheit. Burrichter äußert Kritik an der umfangreichen Tagungsstruktur und plädiert für eine bessere interdisziplinäre Vernetzung zwischen Religionspädagogik und theologischen Disziplinen. Sie würdigt insbesondere die Beiträge von Thorsten Knauth zur dialogischen Religionspädagogik und fragt abschließend, ob religiöse Lernorte besondere Arenen für riskante theologische Deutungen darstellen.