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Religionspädagogische BeiträgeRudolf Englert

Religionspädagogische Beiträge,

Rudolf Englert

Gibt es spezifisch katholische bzw. evangelische Religionspädagogik?

Veröffentlichung:1.5.2019

Der Artikel untersucht die Bedeutung konfessioneller Differenzen in der Religionspädagogik in einer Zeit, in der gesellschaftlich ein Bedeutungsverlust von Konfessionalität zu beobachten ist. Englert argumentiert, dass konfessionelle Unterschiede in evangelischer und katholischer Religionspädagogik sowohl auf theologischer, konzeptioneller als auch unterrichtspraktischer Ebene fortbestehen und eine „Ökumene der Profile" angestrebt werden sollte.

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Der Artikel behandelt die Frage, ob es noch eine spezifisch katholische und evangelische Religionspädagogik gibt. Englert stellt fest, dass konfessionelle Differenzen im gesellschaftlichen Alltag an Bedeutung verloren haben, dennoch auf mehreren Ebenen fortbestehen: (1) Latente Prägungen: Konfessionalität wirkt unbewusst in Lebensstilen und Verhaltensweisen nach. (2) Stilistische Besonderheiten: Kulturelle und räumliche Unterschiede sind mit konfessionellen Traditionen verwoben. Im fachdidaktischen Bereich zeigt sich eine starke Konvergenz zwischen evangelischer und katholischer Religionspädagogik, etwa bei Korrelationsdidaktik und Elementarisierung. Auf unterrichtspraktischer Ebene spielen konfessionelle Spezifika eine geringe Rolle mehr. Jedoch identifiziert Englert drei Felder, in denen konfessionelle Akzentuierungen fortbestehen: (1) Ekklesiologie auf katholischer Seite – Betonung der Kirchenzugehörigkeit und performativen Religionspädagogik. (2) Bildungstheorie auf evangelischer Seite – Verbindung von Glaube und Bildung im Sinne Schleiermachers. (3) Wissenschaftlicher Diskurs – verstärkte konfessionelle Identitätsmarker in neueren Publikationen. Der Autor plädiert für eine „Ökumene der Profile", die konfessionelle Unterschiede nicht nivelliert, sondern als Potenzial für vertieftes Verständnis der eigenen Aufgaben nutzt. Er kritisiert die Stagnation ökumenischer Religionsunterrichtsprojekte und warnt vor einer völligen Diffundierung des Religiösen in postmodernen Diskursen.

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