Der Religionsunterricht an Grundschulen entwickelt sich immer mehr zur Religionskunde. Rudolf Englert spricht in diesem Zusammenhang von einer Versachkundlichung des Religionsunterrichts. Der vorliegende Artikel stellt das Ästhetische Lernen als eine Möglichkeit dar, der Versachkundlichung entgegenzuwirken und eine theologische Anbindung des Religionsunterrichts zu erreichen. Aufbauend auf der religionspädagogischen Erörterung der Problematik liefert der Artikel konkrete Impulse für die LehrerInnenbildung. Britta Baumert DTihee P pootteennttiaialel odfe ase Ästshtheetitci slcehaernni nLge rfnoer ns früerli gdieonu sR eeldiguicoantsiounn tienr rpircihmt aarny Gscruhnodo-ls schulen Abstract Religious education at primary schools developes into religious studies. In this context, Rudolf Englert speaks of an objectification of religious education. This article presents aesthetic learning as a way of counteracting this objectification and achieving a theological connection of religious education. Following this discussion the article provides concrete impulses for teacher training. Keywords aesthetic learning – primary school – religious education – identity building Britta Baumert: Die Potentiale des Ästhetischen Lernens für den Religionsunterricht an Grundschulen ÖRF 28 (2020) 2, 190–210 • DOI: 10.25364/10.28:2020.2.12 192 1. Einleitung In einer dritten Klassen sitzen die SchülerInnen im Stuhlkreis und hören gebannt der biblischen Geschichte vom Einzug in Jerusalem zu. Die Kinder folgen der Studentin aufmerksam, bewundern die aufwändig gestaltete Mitte und dürfen den Playmobil-Jesus auf seinem Esel durch die jubelnde Menschenmenge bewegen. Im Anschluss erhalten die SchülerInnen ein Arbeitsblatt mit den Symbolen zur Erzählung: die Palmzweige und die Kleider, die vor Jesus ausgebreitet werden, der Esel. Entsprechende Begleittexte erklären kindgerecht die Bedeutung.