Wie können Jugendliche lernen, mit zunehmender religiöser Vielfalt umzugehen? Josef Walder RReelliiggiöiosues V dieivlfearlts iimty Line btehne hliefuet iogfe yr oJuungegn dlpicehoepr lael sa sH ecrhaaulslefonrgdee raunndg uonpdp oCrhtaunnciety Zum Umgang mit (religiöser) Pluralität im Lebensraum Schule About (religious) plurality in the school habitat Abstract How can teenagers learn to handle ever increasing religious diversity? What can school or teachers provide in order for young people to be able to orientate themselves in this plurality and persist in their own environment. After looking at the situation of teenagers, this entry analyses criteria for a critical reflection on the inside and the outside. Ultimately “personality” and a “cosmopolitan perspective” are required for personal and social learning. The experience of students of the KPH Edith Stein in connection with the course “Plurality of religious phenomenon” is incorporated in this paper. Keywords teenagers – plurality – school – interreligious learning – identity formation Josef Walder: Religiöse Vielfalt im Leben heutiger Jugendlicher als Herausforderung und Chance. Zum Umgang mit (religiöser) Pluralität im Lebensraum Schule ÖRF 29 (2021) 2, 159–179 • DOI: 10.25364/10.29:2021.2.9 161 1. Zur Lebenswirklichkeit junger Menschen „Genau wie meine Großeltern sehne ich mich nach trö stenden Worten, Sinnhaftigkeit und Frieden. Aber ich suche diesen Trost nicht mehr in der Kirche, in der ich mich erst mal durch altvertrauten Zweifel kä mpfen muss, bevor sich, im besten Falle, etwas Besinnlichkeit einstellt. Mein Fernbleiben ist die Konsequenz 1 einer grö ßeren Auswahl“ , schreibt die Studentin Sophia Fritz, die in der Kirche aufgewachsen ist und ihren Sinn heute auf der Yogamatte und an anderen Orten sucht. 1.1 Gesellschaftliche Strömungen und Entwicklungen Die größte und folgenreichste Veränderung in Richtung einer wachsenden religiösen Vielfalt in den letzten Jahrzehnten ist wohl die Individualisierung der Religiosität. Religion nimmt eine stärker subjektive, erfahrungsbezogene Form an.