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TheoWebStein MargitVeronika Zimmer

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Stein Margit,

Veronika Zimmer

Religiöse Orientierungen christlicher und muslimischer junger Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in Abhängigkeit interreligiöser Freundschaften

Veröffentlichung:1.5.2026

Wie religiös sind junge Christinnen und Muslime in Deutschland wirklich – und welche Rolle spielen Freundschaften dabei? Eine Studie mit über 1000 jungen Erwachsenen zeigt: Religion ist mehr als Kirche und Moschee.

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Der Artikel bietet einen differenzierten Überblick über die religiösen Orientierungen junger Erwachsener christlichen und muslimischen Glaubens in Deutschland. Grundlage ist eine quantitative Fragebogenstudie mit 1090 Teilnehmenden zwischen 18 und 24 Jahren mit und ohne Migrationshintergrund. Die Untersuchung folgt dabei einem umfassenden Religionsbegriff, der weit über die bloße Erfassung von Konfessionszugehörigkeit hinausgeht. Zentral für die Analyse ist der mehrdimensionale Ansatz von Glock (1969), der Religiosität in fünf Dimensionen abbildet: religiöse Erfahrung (emotionale und affektive Komponenten), religiöser Glaube (zentrale Überzeugungen), religiöse Praxis (Rituale und Praktiken), religiöses Wissen (intellektuelle Auseinandersetzung) sowie Konsequenzen religiöser Überzeugungen für die Alltagsgestaltung. Ergänzend wird die Bindung an religiöse Gemeinschaften berücksichtigt. Dieser Zugang ermöglicht es, auch unabhängig von formaler Gemeindebindung spirituelle Orientierungen und ihre Lebensrelevanz zu erfassen. Die Studie untersucht, wie demographische Faktoren, Migrationshintergrund, sozioökonomische und soziokulturelle Lebenslagen sowie besonders interreligiöse Freundschaften die religiösen Orientierungen junger Menschen prägen. Der Artikel positioniert sich dabei in einen etablierten Forschungskontext: Der Religionsmonitor zeigt, dass Religion für Muslim*innen in Deutschland die höchste Bedeutung hat (89%), gefolgt von Katholik*innen (64%) und Protestant*innen (58%), während Konfessionslose Religion deutlich weniger wichtig ist (10%). Auch bei ritualisierter Praxis zeigen sich Unterschiede: Katholik*innen besuchen zu 33% monatlich Gottesdienste, Muslim*innen zu 30% religiöse Veranstaltungen, Protestant*innen zu 18%. Der vorliegende Beitrag trägt zu dieser Forschungslandschaft bei, indem er gezielt junge Menschen in den Fokus rückt und dabei die Wechselwirkungen zwischen individuellen Charakteristika (Geschlecht, elterlicher Bildungshintergrund, Zuwanderungsgeschichte) und sozialen Beziehungen (insbesondere Freundschaften) auf religiöse Orientierungen analysiert. Dies eröffnet neue Perspektiven auf die Frage, wie Religion im Leben junger Erwachsener mit Migrations- und Mehrheitsgesellschaftshintergrund funktioniert und welche Rolle interreligiöse Kontakte dabei spielen.

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