RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
TheoWebKarlo Meyer

TheoWeb,

Karlo Meyer

Politikum Religionsunterricht. CDU, SPD, Grüne, FDP, Linke und der RU der Zukunft. Eine Podiumsdiskussion auf der GwR-Tagung 2019

Veröffentlichung:1.5.2026

Fünf Bundestagsfraktionen debattieren die Zukunft des Religionsunterrichts: Braucht es konfessionelle Fächer, ein Ethikmodell für alle oder neue Kompromisse? Eine Dokumentation zeigt, wo Parteien übereinstimmen – und wo nicht.

Products

Die Gestalt des Religionsunterrichts in Deutschland ist kein naturgegebener Zustand, sondern Ergebnis politischer Entscheidungen – und diese stehen regelmäßig zur Debatte. Auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Religionspädagogik (GwR) 2019 trafen Vertreter aller großen Bundestagsfraktionen aufeinander, um über die Zukunft des Religionsunterrichts zu diskutieren. Der vorliegende Dokumentationsbeitrag hält diese kontroversen Positionen fest und macht deutlich, wie unterschiedlich die Parteien das schulische Verhältnis von Religion, Staat und Bildung bewerten. Während die FDP argumentiert, der Staat benötige konfessionellen Religionsunterricht, um selbst neutral zu bleiben, fordert die LINKE eine vollständige Trennung von Religion und staatlichen Strukturen – Ethikunterricht für alle wäre ihre Lösung. Die GRÜNEN schlagen das Hamburger Modell als bundesweit gültige Alternative vor, die SPD plädiert für regionale Ausgestaltung des Status quo, und die CDU tritt für das derzeitige System ein, möchte es aber perspektivisch weiterentwickeln. Besonders bemerkenswert ist die Auseinandersetzung mit dem Islamischen Religionsunterricht: Während dieser von mehreren Parteien als positive Entwicklung begrüßt wird, zeigt sich gleichzeitig die Spannung zwischen verfassungsrechtlichen Garantien und praktischen Herausforderungen bei der Umsetzung. Der Beitrag dokumentiert zunächst die Frageblöcke der Podiumsdiskussion, die zentrale Konfliktlinien markieren: Braucht es überhaupt Religionsunterricht in der Schule? Muss das deutsche Staat-Kirchen-Verhältnis neu austariert werden? Was soll Religionsunterricht für Gesellschaft und Staat leisten? Welche Rolle kann Spiritualität im schulischen Raum spielen? Im Anschluss werden die Positionen der einzelnen Parteien dargestellt – eingeleitet durch programmatische Aussagen und einen ordnenden Kommentar, gefolgt von Originalaussagen der Vertreter aus dem Podium. Am Beispiel der CDU und Tobias Utters wird besonders deutlich, wie tiefgreifend die Frage nach Religionsunterricht mit Fragen von Identität, Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt verwoben ist. Utters pointierte Umkehrung – „Deutschland gehört auch zum Islam" – verdeutlicht, dass es beim Religionsunterricht nicht nur um Vermittlung von Wissen geht, sondern um gesellschaftliche Transformationsprozesse, die Schule als Ort der Begegnung nutzen.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.