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TheoWebStefanie PfisterMatthias Roser

TheoWeb,

Stefanie Pfister,

Matthias Roser

Digitale Religionspädagogik ohne Resonanz?

Veröffentlichung:1.5.2026

Digitale Lehre als Chance statt Notlösung? Der Beitrag zeigt: Religionspädagogische Hochschullehre kann auch online Resonanz, Präsenz und Leiblichkeit ermöglichen – wenn wir theologisch präzise und didaktisch kreativ vorgehen. Praktische Beispiele inklusive.

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Der Shutdown im Frühjahr 2020 zwingt Hochschulen zur Digitalisierung ihrer Lehre – auch in der Religionspädagogik. Doch was zunächst als Krisenmanagement begann, eröffnet tiefere Fragen: Wie kann digitale Lehre Resonanz, Präsenz und Leiblichkeit ermöglichen? Roser und Pfister zeigen in ihrem Beitrag auf, dass diese Fragen nicht nur technisch zu beantworten sind, sondern grundlegend theologisch. Sie verbinden eine systematisch-theologische Würdigung des digitalen Zeitalters (im Anschluss an Johanna Haberer) mit hochschuldidaktischen Überlegungen und konkreten Lehrbeispielen. Die Studierenden werfen zentrale Fragen auf: Wie kann Abendmahl digital gefeiert werden? Ereignet sich communio sanctorum in digitalen Räumen? Sind Präsenz und Leiblichkeit auch online möglich? Diese Fragen verweisen auf ein lange vernachlässigtes Thema in der Religionspädagogik: die Bedeutung von Leiblichkeit. Während die altkirchlichen Bekenntnisse an der leibseelischen Einheit der Person festhalten – christologisch, sakramententheologisch, ekklesiologisch und eschatologisch – ist Leiblichkeit in religionspädagogischen Konzepten lange unterrepräsentiert geblieben. Könemann und Wendel dokumentieren, dass das Thema „Leib/Körper" erst 2019 in das wissenschaftlich-religionspädagogische Lexikon Aufnahme fand. Doch eine Überwindung dieser leibfeindlichen Tendenzen ist möglich und notwendig. Grethlein zeigt: Evangelische Kommunikation des Evangeliums geschieht leiblich – durch Singen, Essen, Beten mit Gebärden, Segnen, Tanzen. Die Lösung für digitale Lehre liegt Roser und Pfister zufolge in der Betonung von Resonanz und Präsenz im Sinne Hartmut Rosas: einer Weltbeziehung, in der sich Subjekt und Welt gegenseitig berühren und transformieren. Mit erprobten Methoden wie digitalem Texttheater und Materialarrangements demonstrieren sie, dass auch digitale Religionspädagogik diese notwendige Resonanz im Miteinander erzeugen kann.

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