Katholische Schulen sind für viele Schüler*innen der einzige Ort, an dem sie mit christlicher Religion in Berührung kommen. Gleichzeitig befinden sich Kirchengemeinden in einem tiefgreifenden Transformationsprozess und suchen nach neuen, zukunftsfähigen Formen der Pastoral. In dieser Situation gewinnen Projekte der schulisch-kirchlichen Zusammenarbeit erheblich an Bedeutung. Das vorliegende Promotionsprojekt untersucht ein exemplarisches Kooperationsmodell: einen Jugendtreff, der zwar von einer Kirchengemeinde getragen wird, sich aber in den Räumlichkeiten einer weiterführenden katholischen Schule befindet. Damit steht das Projekt für eine innovative Form schulkooperativer Gemeindepastoral. Die Forschung wird von zentralen Fragen geleitet: Wie lassen sich die unterschiedlichen Handlungslogiken von Schule und Jugendarbeit gewinnbringend kombinieren? Welche pastoralen und pädagogischen Aspekte zeigen sich? Und inwieweit erleben Jugendliche den Ort als Gemeinde? Das Forschungsdesign folgt einem mehrperspektivischen Mixed-Methods-Ansatz: Expert*inneninterviews mit Akteur*innen aus Jugendtreff, Gemeinde, Schule und Bistum wurden bereits durchgeführt und mittels strukturierender Inhaltsanalyse ausgewertet. Es folgt eine Fokusgruppenbefragung mit den Jugendlichen als Besucher*innen. Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass der Jugendtreff weniger liturgisch ausgerichtet ist, sondern vor allem durch Begegnung, Beziehung und gelebte Gemeinschaft christliche Werte implizit vermittelt. Die Angebotsformate orientieren sich an offenen, gesellschaftlich relevanten Themen, die pastoralen Aspekten angereichert sind. Damit wird der Jugendtreff von den Akteur*innen als schulpastorales Projekt wahrgenommen, das sich funktional deutlich von klassischer Schulseelsorge unterscheidet und sich als christlich motivierte Jugendhilfe, Jugendarbeit und katholische Jugendseelsorge verstehen lässt.