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TheoWebMaike DomselJulia Tannhof

TheoWeb,

Maike Domsel,

Julia Tannhof

Wie der Hirte vom Schaf lernen kann – Die transformative Kraft der Tiergestützten Pädagogik im religionspädagogischen Setting

Veröffentlichung:1.5.2026

Wie können Schüler*innen wieder Respekt vor Tieren entwickeln? Der Artikel zeigt, wie tiergestützte Religionspädagogik – konkret mit Schafen – Empathie und ethische Verantwortung für Mitgeschöpfe fördern kann.

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Die zunehmende Entfremdung des Menschen von der Natur und den Tieren stellt eine pädagogische und theologische Herausforderung dar. Immer weniger Menschen kommen in direkten Kontakt mit Tieren, wodurch nicht nur praktisches Wissen, sondern auch die Achtung vor ihnen verloren gehen kann. Der vorliegende Artikel erörtert, wie die Religionspädagogik durch tiergestützte Ansätze einen Gegenpol zu dieser Entwicklung schaffen kann und damit gleichzeitig zu den Zielen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) beiträgt. Im Zentrum steht die Frage, wie eine verantwortungsvolle Mensch-Tier-Beziehung theologisch begründet und pädagogisch vermittelt werden kann. Der Autor argumentiert, dass biblische Texte, christlich-ethische Diskurse und kirchliche Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Vermittlung von Fürsorge und Respekt gegenüber Mitgeschöpfen bieten. Besonders relevant ist dabei das Konzept der „Mitgeschöpflichkeit" – die Einsicht, dass Mensch und Tier als Geschöpfe Gottes eine gemeinsame Würde teilen. Die Tiergestützte Pädagogik wird als Methode vorgestellt, die durch konkrete Begegnungen emotionale und soziale Intelligenz entwickelt und ethische Urteilskompetenz fördert. Die emotionale Dimension – das Erleben von Empathie und Mitleidenschaft – ist dabei zentral für eine Verhaltensänderung. Der Artikel konkretisiert diese Überlegungen am Beispiel des Einsatzes von Schafen im Unterricht. Durch den Beziehungsaufbau zu einem individuellen Tier sollen Schüler*innen lernen, Lebewesen in ihrer Eigenständigkeit wahrzunehmen und zu respektieren. Dies kann sich wiederum auf andere Lebensbereiche auswirken. Theologisch wird dies mit dem Begriff der „Compassion" (Mitleidenschaft) begründet, wie ihn der Fundamentaltheologe Johann-Baptist Metz entwickelt hat. Compassion bedeutet, sich vom Leid anderer anrühren zu lassen und dies aktiv zu leben – eine Haltung, die sich auch auf nicht-menschliche Geschöpfe erstreckt. Der Artikel zeigt, wie religionspädagogisches Lernen durch solche Erfahrungen die innere Haltung der Achtsamkeit und Behutsamkeit schulen kann, die letztlich auch als Ausdruck von Liebe zum Schöpfer zu verstehen ist.

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