Der Artikel untersucht drei Formen der Nichtpartizipation im kirchlichen und religiösen Kontext – das Wegbleiben von Jugendarbeit, die Abmeldung vom Religionsunterricht und der Kirchenaustritt – und erschließt sie durch ein theoriegeleitetes analytisches Instrumentarium. Der Autor nutzt dazu drei komplementäre Theorieansätze: Hirschmans organisationstheoretisches „Exit und Voice"-Konzept, das erklärt, unter welchen Bedingungen Mitglieder von Organisationen abwandern oder sich konstruktiv einbringen; Barkers Behavior-Setting-Theorie, die untersucht, wie die Besetzung von sozialen Settings (Gottesdienst, Jugendgruppe) das Verhalten und die Partizipation beeinflusst; sowie ein wertebasiertes Lebensstilmodell. Auf dieser theoretischen Grundlage werden empirische Daten aus mehreren Studien analysiert: eine Jugendstudie, eine imagebasierte Teilnahmeanalyse zu Freizeitangeboten, eine Studie zur Religionsunterrichts-Abmeldung sowie die EKD-Studien zur Kirchenmitgliedschaft. Der Artikel zeigt, dass Nichtpartizipation kein einheitliches Phänomen ist – während manche Menschen der Kirche fernstehen, weil Kosten und Nutzen unausgewogen wirken, treten gerade engagierte Mitglieder aus, wenn sie eine Qualitätsverschlechterung erleben. Dies zu verstehen ist zentral für religions- und gemeindepädagogische Handlungsoptionen, die der Artikel auf Basis dieser Einsichten entwickelt.