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TheoWebJuliane Wetzel

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Juliane Wetzel

Antisemitismus als Herausforderung für die schulische und außerschulische Bildung

Veröffentlichung:1.5.2026

Das Schimpfwort „Du Jude" gibt es seit Jahren. Aber warum sind Lehrkräfte so schlecht darauf vorbereitet, damit umzugehen – und warum konzentriert sich die öffentliche Debatte einseitig auf muslimische Schüler?

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Antisemitismus ist ein Phänomen, das in der öffentlichen Wahrnehmung stark an aktuelle Ereignisse gekoppelt ist – doch die Realität ist differenzierter. Der Artikel hinterfragt die vereinfachte Debatte, die Übergriffe gegen jüdische Schülerinnen und Schüler primär bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund verortet, während rechtsextremistische und gesellschaftlich verankerte antisemitische Haltungen aus dem Fokus verschwinden. Ein zentraler Befund: Das Schimpfwort „Du Jude" auf Schulhöfen ist keineswegs neu, sondern ein über ein Jahrzehnt bestehendes Phänomen, das komplexe Ursachen hat – es kann antisemitisch konnotiert sein, muss aber nicht zwingend eine ideologische Verankerung widerspiegeln. Stattdessen offenbaren sich erhebliche Ausbildungsdefizite: Lehrerinnen und Lehrer sind weder in ihrer universitären Ausbildung noch durch Curricula auf aktuelle Erscheinungsformen des Antisemitismus vorbereitet. Sie haben allenfalls Wissen über Nationalsozialismus und Holocaust erworben, sind aber nicht gerüstet, um zeitgenössische Stereotype, Verschwörungserzählungen und die Flut von Hassinhalten in sozialen Medien adäquat einzuordnen und pädagogisch zu bearbeiten. Der Artikel plädiert für eine kontextualisierende Pädagogik, die nicht moralisierend reagiert, sondern Intentionen hinterfragt und differenziert zwischen Indifferenz, Provokation und tatsächlichem antisemitischem Weltbild. Zugleich problematisiert er die mediale Verschiebung: Während Antisemitismus früher dem Rechtsextremismus zugeordnet wurde, hat sich die öffentliche Aufmerksamkeit fast ausschließlich auf vermeintliche muslimische Täter fokussiert – ein Effekt, der es der Mehrheitsgesellschaft erleichtert, sich der eigenen antisemitischen Traditionen nicht bewusst werden zu müssen.

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