Zum ersten Todestag von Sallie McFague (1933–2019) erinnert Christine Büchner an die US-amerikanische Theologin, die als Pionierin ökofeministischer Theologie an der Vanderbilt Divinity School wirkte. Im Zentrum von McFagues Denken steht die Metapher der Welt als Körper Gottes: Weil Gott sich inkarniert und sich innerlich mit der Schöpfung verbindet, gibt es eine Kontinuität zwischen Gott, Mensch und allem Leben. Daraus folgt: Wer die Schöpfung ausbeutet, beutet Gott selbst aus. McFague stellt dem individualistischen Motto des „American way of life" das Evangelium entgegen, das zur Selbstrelativierung und umfassender Solidarität aufruft. Angesichts der Klimakrise gewinnt ihr Denken neue Dringlichkeit: Die Anerkennung der Interdependenz aller Körper ist nicht nur theologisch geboten, sondern überlebenswichtig.