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feinschwarzTracy McEwan

feinschwarz,

Tracy McEwan

Hört man schlecht oder hört man nur nicht richtig zu?

Veröffentlichung:1.5.2026

Katholische Frauen weltweit fordern radikale Reformen in der Kirche: Gleichberechtigung in Leitungspositionen, Zugang zu Weiheämtern und entschiedenes Handeln gegen Missbrauch – doch das römische Lehramt scheint diese Forderungen zu ignorieren.

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Im Vorfeld der XVI. Bischofssynode (2022-24) haben katholische Frauen aus aller Welt ihre Anliegen artikuliert. Während die Synode dem Anspruch des „Zuhörens" folgen sollte, stellt sich die kritische Frage, ob der Episkopat diese Forderungen ernsthaft berücksichtigt. Besonders in Deutschland gab es mit dem Synodalen Weg (2019-2023) strukturierte Prozesse zur Formulierung von Reformen bezüglich Missbrauchsprävention und Geschlechtergerechtigkeit, doch auf der abschließenden Sitzung der Weltsynode wird es keine Diskussionen über den Zugang von Frauen zum Diakonat geben. Das globale Reformnetzwerk Catholic Women Speak führte 2022 die weltweit erste internationale Umfrage unter katholischen Frauen durch (International Survey of Catholic Women), an der über 17.000 Frauen aus 104 Ländern teilnahmen. In Deutschland beteiligten sich 1.236 Frauen. Die Ergebnisse sind eindeutig: 95 Prozent der deutschen Befragten unterstützen Reformen, neun von zehn fordern sogar radikale Reformen. Trotz tiefem Glauben und Wertschätzung für die Eucharistie äußern die Frauen erhebliche Unzufriedenheit mit der Institution Kirche, geprägt von Vertrauensverlust und emotionaler Belastung. Die zentrale Forderung betrifft Geschlechtergerechtigkeit: 95 Prozent der deutschen Frauen verlangen, dass Frauen auf allen Ebenen der Kirchenleitung vollständig einbezogen werden, und neun von zehn befürworten die Priesterweihe für Frauen. Diese Forderungen sind nicht abstrakt, sondern wurzeln in konkreten Erfahrungen von Benachteiligung und mangelnder Anerkennung, etwa von hochqualifizierten Gemeindereferentinnen. Daneben ist der Umgang der Kirche mit verschiedenen Formen von Missbrauch – sexuellem, spirituellem, körperlichem und emotionalem – für die meisten befragten Frauen höchst problematisch und fordert entschiedenes Handeln.

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