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Eva-Maria Faber

Die Sendung als einziges Kriterium

Veröffentlichung:1.5.2026

Das Instrumentum laboris zur Bischofssynode 2023 macht die Sendung zum einzigen im Evangelium begründeten Kriterium für kirchliche Organisation – eine ekklesiologische Neuausrichtung, die Parallelen zur Rechtfertigungslehre als Kriterium aufweist und Konsequenzen für die Ämterstrukturen der Kirche hat.

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Der Artikel analysiert eine zentrale Aussage des Instrumentum laboris (IL 44) zur Bischofssynode 2023, wonach die Ausrichtung auf die Sendung das einzige im Evangelium begründete Kriterium für die interne Organisation der christlichen Gemeinschaft darstellt. Der Autor zeigt die strukturelle Parallele zu einem ähnlich prägnanten Satz der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre (GER) von vor 25 Jahren auf, wo die Rechtfertigungslehre als unverzichtbares Kriterium für die Kirchenlehre definiert wurde. Während die GER damals zwischen lutherischer und katholischer Perspektive unterschied – ob es sich um das Kriterium oder ein Kriterium handelt – macht IL 44 die Sendung zum alleinigen Kriterium für organisatorische Belange, ohne andere Kriterien auszuschließen. Im Instrumentum laboris wird Sendung als dynamische Selbstüberschreitung verstanden, durch die die Kirche das Evangelium in verschiedensten Kontexten verkündet und Gestalt gewinnen lässt. Das Dokument unterstreicht diese Gewichtung dadurch, dass es Sendung in der Trias „Gemeinschaft, Sendung und Teilhabe" neu an zweiter Stelle behandelt und damit signalisiert, dass Sendung nicht bloße Konsequenz einer vorher unabhängig gestalteten Gemeinschaft ist, sondern dass sich Gemeinschaft und Sendung gegenseitig durchdringen. Der Autor argumentiert dafür, dass IL 44 nicht auf strukturlose Dynamisierung abzielt, sondern Institutionen und Strukturen für die Sendung voraussetzt. Entscheidend ist, dass nicht die Institutionen selbst, sondern ihre Verwaltung dem Sendungskriterium unterliegen. Hier lässt sich das Kriterium der Rechtfertigungslehre integrieren: Sie betont den Vorrang des göttlichen Erbarmens und erfordert auch in kirchlichen Strukturen, dass das Primat des göttlichen Wirkens zum Ausdruck kommt. Dies verbindet sich mit einer sendungstheologischen Einsicht – die Kirche erhält ihre Sendung nicht selbst, sondern findet sich in Jesu Christi Sendung durch den Vater im Heiligen Geist vor. Die Zusammenschau beider Kriterien bewährt sich laut Autor besonders bei der Anwendung auf kirchliche Ämterstrukturen, wofür das Lima-Dokument von 1982 heranzuziehen ist.

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