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feinschwarzArmin Kummer

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Armin Kummer

Die Gretchenfrage für Männer: Wie verhalten sich Spiritualität und Männlichkeit?

Veröffentlichung:1.5.2026

Sozial konstruierte Männlichkeitscodes hindern Männer daran, sich spirituellen Praktiken zuzuwenden, da diese Innerlichkeit und emotionale Ausdrucksfähigkeit erfordern, die dem patriarchalen Ideal des starken, schweigenden Mannes widersprechen.

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Der Artikel untersucht die geschlechtsspezifische Unterrepräsentation von Männern in spirituellen und kirchlichen Kontexten durch die Linse der Männlichkeitspsychologie. Der Autor argumentiert, dass Spiritualität nicht grundsätzlich weiblich ist, sondern dass sozial konstruierte Männlichkeitscodes Männer von spirituellen Praktiken abhalten. Gender wird hier nicht als angeborenes Merkmal verstanden, sondern als durch soziale Interaktion konstituierte Struktur, die durch sogenannte „Männlichkeitscodes" – internalisierte Botschaften über korrektes Mannsein – reguliert wird. Diese Codes funktionieren wie eine innere Stimme, die vorgibt, was ein „echter Mann" tun oder unterlassen sollte. Spiritualität wird im Anschluss an die Theologin Sandra Schneiders als bewusste Kontaktaufnahme und -pflege mit dem Göttlichen verstanden. Der Artikel präsentiert dann das Modell der „Männlichkeitsskripte" von Mahalik, Good und Englar-Carlson, sieben kulturelle Drehbücher für Männlichkeit. Das erste Skript „Stark und Still" beschreibt die strenge emotionale Kontrolle und das Verbot, über innere Vorgänge zu sprechen – gerade das aber, was spirituelle Praktiken voraussetzen. Männer, die diesem Skript folgen, meiden daher Situationen, in denen sie über Gefühle und Innenleben sprechen müssten, weshalb sie wenig Affinität zu Spiritualität entwickeln.

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