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Helmut Kirchengast

Umgangsformen und Vorstellungen von Missbrauch und Gewalt: Ein Leserbrief

Veröffentlichung:1.5.2026

Problematische religiöse Gruppen teilen strukturelle Merkmale wie Führerkult, Kritikverbot und Angstmechanismen, die Missbrauch fördern – eine Dynamik, die auch in „Neuen geistlichen Bewegungen" innerhalb der Kirche zu finden ist, dort aber oft übersehen wird.

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Der Autor, ein Experte für Sekten- und Weltanschauungsfragen, analysiert wiederkehrende Strukturmuster in problematischen Gruppen, die systematisch zu geistlichem, sexuellem und physischem Missbrauch führen. Zu diesen Mustern gehören die Unterdrückung von Kritik, der Kult um eine spirituelle Führungsperson mit absoluter Autorität, die Verherrlichung dieser Person als Vermittlerin des „göttlichen Wortes", ein dualistisches Weltbild (Gut gegen Böse), die Arbeit mit existenziellen Ängsten und die bewusste Isolation von Mitgliedern aus ihren sozialen Bezügen. Hinzu kommt ein starker Konformitätsdruck, bei dem alle – noch so absurde – Anforderungen durch spirituelle und religiöse Rhetorik legitimiert werden. Der Autor weist darauf hin, dass diese Strukturen in vielen sogenannten „Neuen geistlichen Bewegungen" innerhalb der Kirche vorhanden sind. Das zentrale Problem besteht darin, dass diese Umgangsformen in der theologischen Grundstruktur dieser Gruppierungen angelegt sind und innerhalb des „katholischen Verfassungsbogens" weiterhin geduldet werden. Ihre Theologie fördert Selbstaufgabe, freiwillige Unterwerfung unter spirituelle Autoritäten und kultiviert Scham und Schuldgefühle. Während Kirchenverantwortliche solche Strukturen bei außerkirchlichen Gruppen unmittelbar als inakzeptabel erkennen, entstehen bei der Betrachtung der eigenen Institution zahlreiche „blinde Flecken".

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