Der Künstler und langjährige Kirchenmitarbeiter beschreibt seine künstlerische Reaktion auf die unzureichende Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der Katholischen Kirche. Die drei Holzskulpturen basieren auf dem japanischen Bild der drei Affen und symbolisieren die Haltung der Bischöfe: nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Der Künstler versendet diese Werke an alle Bischöfe und bezeichnet sein Vorgehen als Anklage gegen das Versagen der kirchlichen Hierarchie.
Der Kern seiner Kritik liegt in der fehlenden Verantwortungsübernahme: Nach 12 Jahren seit Paters Mertens' Offenlegung des Skandals zeigen viele Bistümer noch immer keine aktive Aufarbeitungsarbeit. Der Künstler sieht darin einen dreifachen Verrat – an den Opfern, an den engagierten Kirchenmitarbeitern, die mit Integrität arbeiten, und am Evangelium selbst. Die Bischöfe tragen aus seiner Perspektive Gesamtverantwortung, unabhängig davon, ob Fälle in ihren Diözesen bekannt sind.
Die Reaktionen der Bischöfe beschreibt der Künstler als unbefriedigend und teilweise beschönigend. Einige deuten die Kritik als Satire ab oder werfen dem Künstler vor, Schuld zuzuweisen, statt Dialog anzustreben. Kein einziger Bischof habe in seinen Antworten von persönlicher Verantwortung gesprochen. Dies offenbare eine tiefe systemische Problematik: Die hierarchische, klerikale Struktur der Kirche ermöglicht intransparente Entscheidungen ohne externe Kontrolle und verhindert echte Veränderung. Der Künstler diagnostiziert eine große Hilflosigkeit bei den Bischöfen, die durch Angst vor Machtverlust und blinden Gehorsam gegenüber dem Vatikan gelähmt sind. Trotz seiner Hoffnung auf Veränderung ist sein Glaube daran gering.