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In der Pandemie “sitzen wir alle in einem Boot” – oder doch nicht?

Veröffentlichung:1.5.2026

Die COVID-19-Pandemie hat in Peru und Lateinamerika bestehende soziale Ungleichheiten verschärft: Während wohlhabende Bevölkerungsgruppen sich schützen können, trifft der Sturm Arme in prekären Booten besonders hart – ohne Wasser, Platz, Arbeitssicherheit und soziales Netz.

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Der Artikel hinterfragt das häufig verwendete Bild, dass die Menschheit in der Pandemie „alle im gleichen Boot" sitze. Die Realität in Peru und anderen lateinamerikanischen Ländern zeige ein anderes Bild: Zwar sind alle dem gleichen Sturm ausgesetzt, aber in sehr unterschiedlichen Booten. Während stabile, gut ausgestattete Boote ihre Passagiere relativ schützen können, sind andere klein und einfach gebaut – ihre Insassen können sich kaum vor dem Sturm schützen. Diese Unterschiede in der Verwundbarkeit beruhen nicht allein auf gesundheitlichen Faktoren, sondern auf erheblichen sozialen Ungleichheiten innerhalb und zwischen Gesellschaften des globalen Südens und Nordens. Peru wurde von der Pandemie besonders hart getroffen und rangiert weltweit bei den Todesfällen pro Million Einwohner an der Spitze. Die UN-Kommission CEPAL prognostiziert für Lateinamerika einen Rückschritt von mindestens einem Jahrzehnt bei der Armutsbekämpfung. Die Pandemie hat systemische Probleme schonungslos offengelegt: massive Einkommensungleichheit, mangelhafter Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung, Wasser und Sanitäranlagen sowie Diskriminierung nach Ethnie und Geschlecht. Menschen in Armut sind dem Virus überproportional ausgesetzt – ihnen fehlt Wasser zum Händewaschen, sie leben auf engstem Raum und können physischen Abstand nicht einhalten. Besonders verheerend wirkt sich die wirtschaftliche Rezession auf die über 60 Prozent aus, die im informellen Sektor ohne feste Anstellung arbeiten. Sie haben kein Arbeitslosengeld, keinen sozialen Schutz und müssen täglich arbeiten, um zu überleben. Lockdowns zwangen viele in existenzielle Not; die staatlichen Hilfsleistungen waren unzureichend und erreichten die Ärmsten oft nicht oder verspätet. Kirchliche Hilfswerke unterstützen durch Lebensmittelpakete und Gemeinschaftsküchen.

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