Der Artikel analysiert die Beteiligungsmöglichkeiten junger Menschen (16-29 Jahre) bei der Ordentlichen Versammlung der Bischofssynode im Oktober 2018 in Rom. Ausgehend von der grundsätzlichen Erkenntnis, dass die katholische Kirche sich nur langsam verändert, wird argumentiert, dass Begeisterung für die Jugendsynode nur entstehen kann, wenn junge Menschen wirklich beteiligt werden – nicht nur als Objekte der Diskussion, sondern als aktive Subjekte.
Das Kernanliegen wird anhand eines Partizipationsmodells von Straßburger und Rieger konkretisiert, das sechs Partizipationsstufen unterscheidet: von bloßer Information über Meinungsabfrage und Lebensweltexpertise bis hin zur echten Mitbestimmung und Machtübertragung. Der Artikel dokumentiert dann, dass der Vatikan auf Stufe 2 (Meinung erfragen) ansetzt: durch Fragebögen an Bischofskonferenzen und eine weltweite Online-Umfrage. Allerdings werden erhebliche Mängel kritisiert – lange Verzögerungen bei der Veröffentlichung, zunächst nur fünf Sprachversionen, wissenschaftlich fragwürdiges Fragedesign, zu lange Bearbeitungszeit und das völlige Fehlen kirchenpolitischer Fragen zur Mitbestimmung junger Menschen in der Kirche. Trotz dieser Kritik wird dazu aufgefordert, die Online-Umfrage breit zu streuen.