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Angeregt – Blitzlichter zweier Nachwuchstheologinnen auf die Tagung „Das Konzil ‚eröffnen’“

Veröffentlichung:1.5.2026

Nachwuchswissenschaftler reflektieren kritisch über einen Kongress zum 50. Jubiläum des Zweiten Vatikanischen Konzils und fordern mehr Mut zu Konflikten, konkrete Visionen für die Einbindung Marginalisierter und eine stärkere Auseinandersetzung mit aktuellen Zeichen der Zeit statt Selbstvergewisserung der Theologie.

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Die Autorinnen und Autoren als Enkel der Konzilsgeneration berichten von ihrer Teilnahme an einer Tagung deutschsprachiger Theologinnen und Theologen anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Zweiten Vatikanischen Konzils. Obwohl sie das Konzil selbst nicht erlebt haben, prägt es ihre theologische Grundausrichtung und Identität. Die Konferenz hinterlässt ein gemischtes Fazit: Positiv bewerteten sie die Arbeitsform der thematischen Panels, in denen Fachvertreter unterschiedlicher Generationen intensiv diskutierten und neue Denkanstöße austauschten. Allerdings gelang es nur begrenzt, die verschiedenen Perspektiven kreativ zu nutzen – unter anderem weil zu viele Impulsreferate eingeplant wurden und das Ziel der gemeinsamen Abschlusserklärung unklar formuliert war. Zentrale Erkenntnisse der Autoren sind erstens, dass der Prozesscharakter des Konzils (modus procedendi) ernst genommen und auf allen Ebenen kirchlichen Lebens umgesetzt werden sollte. Zweitens argumentieren sie für ein „aggiornamento des aggiornamentos" – eine kontinuierliche Aktualisierung der Kirche angesichts neuer Herausforderungen, statt sich auf den ursprünglichen Konzilsimpuls auszuruhen. Sie plädieren dafür, die Komplexität und Widersprüchlichkeit der Kirche anzuerkennen und produktive Konflikte zuzulassen, um den gemeinsamen Glauben authentisch zu erkennen. Kritisch merken sie an, dass dem Kongress der Mut zu echten Konflikten und alternativen Perspektiven fehlte – kritische Stimmen, andere Erfahrungshorizonte oder globale Sichtweisen kamen zu kurz; die deutsche Perspektive dominierte. Die Autorinnen und Autoren beklagen zudem, dass formale Bekenntnisse zu den „Zeichen der Zeit" und zur „Identifikation mit Marginalisierten" unkonkret blieben. Statt konkrete Visionen zu entwickeln, wie Marginalisierte und nicht gehörte Gruppen in Kirche und Theologie eingebunden werden könnten, drehten sich viele Diskussionen repetitiv um das Verhältnis von Lehramt und Theologie. Insgesamt wirkte der Kongress nach innen gewandt auf die deutsche katholische Theologie; aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen wie Flüchtlingskrisen, Ökologie und wachsende Pluralität kamen zu kurz.

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