Der Artikel von Andreas Obermann definiert Auszubildende als junge Erwachsene, die im deutschen Dualen System theoretisches Wissen in der Berufsschule und praktische Fähigkeiten im Betrieb erwerben. Die Zahl der Auszubildenden betrug 2022 etwa 1,26 Millionen mit abnehmender Tendenz. Der Kriterienkatalog zur Ausbildungsreife der Bundesagentur für Arbeit beschreibt vielfältige schulische, fachliche und personale Kompetenzen, die junge Menschen mitbringen müssen. Der Artikel unterscheidet zwischen Regelinklusion (Universitätseintritt) und Marktinklusion (Ausbildungseintritt), wobei letztere mit höheren Auflagen und Scheiterungsrisiken verbunden ist. Zahlreiche außerschulische Faktoren wie Region, sozialer Hintergrund und Herkunft beeinflussen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erheblich. Die Berufswahl wird durch den Spaß am Beruf, die Zukunftssicherung und das Berufsimage geprägt, wobei ein negatives Image zur Zumutung für die eigene Identität werden kann. Auszubildende leben in spezifischen Umbruchssituationen zwischen Jugend und Erwachsensein und müssen ihre Lebensträume realisieren. Das zentrale Thema der Anerkennung durchzieht ihre Erfahrungen: Sie müssen Ausbildungsreife nachweisen und Marktinklusion bewältigen, um als Einsteiger anerkannt zu werden. Die theologische Rede von Anerkennung (Rechtfertigung, Geschöpfwürde, Barmherzigkeit) eröffnet religionspädagogische Relevanz für den Unterricht an berufsbildenden Schulen. Der Religionsunterricht muss die Auszubildenden als junge Erwachsene in plural-heterogenen Lerngruppen ernst nehmen und theologische Gehalte mit ihren beruflichen Anerkennungserfahrungen verbinden.