Der Artikel analysiert die Struktur und Entwicklung des Religionsunterrichts in Großbritannien mit Fokus auf England, Wales und Schottland. Zentral ist die demografische Situation: Während das Christentum 2011 noch 59,3 % der Bevölkerung ausmachte, zeigt sich ein kontinuierlicher Rückgang seit 2001. Gleichzeitig wächst der Anteil der Bevölkerung ohne Religionszugehörigkeit erheblich, während religiöse Vielfalt zunimmt. Der Education Reform Act von 1988 etablierte den verpflichtenden Religionsunterricht als nicht-konfessionelle Bildung, wobei sechs Religionen (Christentum, Islam, Hinduismus, Sikhismus, Buddhismus, Judentum) im Curriculum verankert sind. Die Gesetzgebung verpflichtet lokale Behörden zur regelmäßigen Überprüfung und Überarbeitung der Lehrpläne durch Agreed Syllabus Conferences, in denen Lehrkräfte, die Kirche von England und Vertreter nicht-christlicher Religionen mitwirken. Besondere Regelungen bestehen für verschiedene Schultypen: Während kommunale Schulen den lokalen Lehrplänen folgen müssen, haben voluntary aided schools, Akademien und Free Schools mehr Autonomie. Eine wichtige Entwicklung ist die Zunahme state-funded faith schools über das Christentum hinaus. Gemeinsame Andachten müssen in kommunalen Schulen überwiegend christlichen Charakter haben, während Eltern ihre Kinder vom Religionsunterricht abmelden können. Die OFSTED-Inspektionen überprüfen die Einhaltung dieser Vorgaben. Der fundamentalste Wandel ist die Umstellung von konfessionellem zu nicht-konfessionellem Religionsunterricht in staatlichen Schulen seit den 1960er Jahren.