Der Artikel analysiert Dankbarkeit aus psychologischer und emotionaler Perspektive und präsentiert mehrere theoretische Definitionen und empirische Befunde. Lazarus und Weiner definieren Dankbarkeit als Anerkennung einer external verursachten altruistischen Gabe mit persönlichem Vorteil. McCullough und Kollegen klassifizieren Dankbarkeit als moralische Emotion mit drei Funktionen: Sie zeigt Beziehungsveränderungen an, motiviert reziprokes prosoziales Verhalten und verstärkt prosoziales Verhalten des Gebers. Historische Forschungen von Baumgarten-Tramer (1938) identifizierten vier Typen kindlicher Dankbarkeit: verbale, konkrete, konnektive und finalistische Dankbarkeit, wobei mit zunehmendem Alter komplexere Formen entstehen. Neben interpersoneller Dankbarkeit beschreibt der Artikel auch kosmische Dankbarkeit gegenüber dem Leben oder unpersönlichen Kräften, die sowohl religiös als auch atheistisch sein kann. Fredrickson zeigt in ihrer Broaden-and-Build-Theorie, dass positive Emotionen wie Dankbarkeit das Reflexions- und Handlungsrepertoire erweitern und persönliche Ressourcen aufbauen. Empirische Studien belegen, dass Dankbarkeit egoistische Orientierungen reduziert und prosoziale Verhaltensweisen wie Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft fördert. Dankbarkeit ist mit positiven Gefühlen, Lebenszufriedenheit, Religiosität und Spiritualität assoziiert. Interventionsstudien mit Schülern zeigen, dass gezieltes Notieren von Dankbarkeitserfahrungen zu mehr positiven Gefühlen und weniger antisozialem Verhalten führt. Die Forschung unterstreicht, dass Dankbarkeit sowohl eine situative Emotion als auch eine Persönlichkeitseigenschaft sein kann und bedeutsame Langzeiteffekte auf psychologisches und soziales Wohlbefinden hat.