Der Artikel untersucht den Familienbegriff in soziologischer Perspektive und dokumentiert seinen grundlegenden Wandel vom 19. Jahrhundert bis heute. Während die Ehe früher das Verständnis von Familie dominierte, wird Familie heute primär durch die Eltern-Kind-Beziehung und die damit verbundene Übernahme dauerhafter Verantwortung definiert. Dies führte zur Pluralisierung familiärer Lebensformen wie Ein-Eltern-Familien, nicht-eheliche Lebensgemeinschaften, Pflegefamilien und homosexuelle Paare mit Kindern. Biologische und soziale Elternschaft fallen auseinander, wobei zwei Drittel der Kinder noch immer bei beiden leiblichen Eltern aufwachsen. Die Ehe fungiert heute vermehrt als Signal der Bereitschaft zur gemeinsamen Verantwortung für Kinder, nicht mehr als Abgrenzung von Herkunftsfamilien. Diese Pluralisierung bringt sowohl Freiheitsgewinne als auch erhebliche Belastungen mit sich, da Gelingen oder Scheitern von Familie zunehmend den Betroffenen selbst angelastet werden. Strukturelle Herausforderungen wie finanzielle Belastungen, Armutsrisiken und fehlende gesellschaftliche Unterstützung verschärfen die Situation. Rechtlich wird die Familie durch Artikel 6 des Grundgesetzes und internationale Menschenrechtskonventionen geschützt. Aus funktionaler Perspektive hat