Dieser Artikel behandelt Musik umfassend als akademisches Thema für die Religionspädagogik. Die Musik wird zunächst definiert als geordnete Klangereignisse, die nicht auf Sprache reduzierbar sind und bewusst gestaltete Elemente wie Rhythmus, Melodie und Harmonie aufweisen. Der Autor betont, dass nicht nur die akustische Wahrnehmung, sondern auch Kodifizierung, Distribution und individuelle Rezeptionsarten zum Gegenstandsbereich gehören. Musik wirkt auf mehreren Ebenen: physikalisch durch Schallwahrnehmung, psychisch durch Beeinflussung von Bewusstsein und Gefühlen, und ästhetisch-intellektuell durch Vermittlung von Botschaften und Weltsichten. Die Wirkungsforschung identifiziert verschiedene Funktionen wie psychische Stabilisierung, Emotionalisierung und Bewusstseinserweiterung. Entwicklungspsychologisch beginnt Musikwahrnehmung pränatale und spielt eine Rolle bei der Identitätsentwicklung vom Kleinkindalter bis ins höhere Alter. In der Jugendzeit wird Musik zum Identitätsmerkmal und Zugehörigkeitssignal zu Peergroups und Szenen. Im Erwachsenenalter kann sie Freizeitbeschäftigung sein oder unbewusst als Alltagsmedium fungieren; über Chöre und Musikgruppen bietet sie Zugänge zu Religion und Kirche. Im höheren Alter unterstützt Musik Erinnerungs- und Bildungsarbeit. Der Vorteil der Musik als Medium liegt in ihrer Transportabilität und Mobilität, während ihr performativer, flüchtiger Charakter sie zum bevorzugten Gestaltungsmittel von Ritualen und Inszenierungen macht. Musik ist ein wichtiges Medium interkultureller und interreligiöser Bildungsarbeit. Religionsgeschichtlich nimmt Musik in verschiedenen Religionen unterschiedliche Rollen ein und wird teilweise kritisch als Ablenkung von spiritueller Konzentration bewertet.