In Norwegen ist Religionsunterricht seit 1997 an Grundschulen (Klassenstufen 1-10) für alle Schüler obligatorisch und konfessionsfrei gestaltet. Zuvor hieß das Fach Christentumskunde und war evangelisch-lutherisch geprägt; ab 1974 konnten Angehörige anderer Religionsgemeinschaften alternativ Lebensanschauungskunde wählen. Mit der Neuregelung 1997 wurde das neue Fach KRL eingeführt, das Christentum, Religionen, Lebensanschauungen und Ethik behandelt. Dies führte zu Rechtskonflikten, da das Recht auf Unterrichtsbefreiung stark eingeschränkt wurde und das damalige Bildungsgesetz ein Ziel christlicher Erziehung festschrieb. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (2004) und die UN-Menschenrechtskommission (2007) urteilten, dass diese Regelungen gegen Religionsfreiheit und elterliche Erziehungsrechte verstießen. Nach dieser Kritik erfolgte eine Neufassung des Lehrplans und des Bildungsgesetzes, die das Fach zu RLE (2008) und dann zu KRLE (2015) umbenannten. Das überarbeitete Fach betont nun objektive, kritische und pluralistische Darstellung sowie die Förderung von Verständnis, Respekt und Dialogfähigkeit. Die Lehrerausbildung erfolgt im Rahmen allgemeiner Studienprogramme mit je nach Schultyp unterschiedlichen ECTS-Anforderungen. Seit 2024 ist Religionsunterricht durch ein neues Bildungsgesetz anderen Schulfächern vollständig gleichgestellt, während zentrale Vorgaben zur objektiven Darstellung für alle Fächer gelten.