Der Artikel analysiert den Seelenbegriff in religionspädagogischem Kontext mit Fokus auf Entwicklung und Verwendung bei Kindern und Jugendlichen. Psychologische Studien belegen, dass bereits vier- bis sechsjährige Kinder psychische von biologischen Vorgängen unterscheiden und erstere als potentiell unsterblich verstehen. Quantitative Untersuchungen bei Jugendlichen zeigen große Schwankungen: Während 40-50% der Schüler im Religionsunterricht an einer unsterblichen Seele glauben, sind es bei säkularen Gymnasiasten nur 23%. Eine qualitative Studie mit westdeutschen Jugendlichen offenbarte ein breites Bedeutungsspektrum des Seelenbegriffs, das von antiken bis neuzeitlichen Auffassungen reicht und sowohl substantielle als auch funktionale Verständnisse umfasst. Anthropologisch wird Seele zur Beschreibung von Identität, Würde, Bewusstsein und moralischer Besonderheit des Menschen verwendet. Eschatologisch fungiert sie als Konzept für das potentielle Weiterleben nach dem Tod, ist aber logisch an ihre anthropologische Relevanz gebunden. Der Artikel unterscheidet zwischen dualistischer Substanzseele und nicht-dualistischer Eigenschaftsseele sowie zwischen naturalistischen und transzendenzoffenen Rahmen. Praktisch-theologisch verbind