Der Artikel analysiert die buddhistische Lehre vom Nicht Selbst und stellt sie in einen Vergleich mit anderen religiösen Konzepten von Seele und Selbst. Während im Hinduismus ein ewiges Selbst angenommen wird, das als Seele verstanden und im Kreislauf der Wiedergeburten weitergegeben wird, lehnt der Buddhismus die Vorstellung eines unveränderlichen Kerns der Person ab. Stattdessen beschreibt er die Wirklichkeit durch Vergänglichkeit, Leidhaftigkeit und Nicht Selbst.
Diese grundlegenden Merkmale zeigen, dass alles Dasein bedingt ist, sich ständig verändert und kein unabhängiges Selbst besitzt. Ergänzend wird das Ziel des Nirvana als Zustand der Befreiung von Leid beschrieben, der durch das Erlöschen von Unwissenheit, Gier und Hass erreicht wird.
Zur Erklärung der menschlichen Existenz wird das Modell der fünf Skandhas herangezogen. Diese umfassen Körper, Empfindung, Wahrnehmung, gestaltende Faktoren und Bewusstsein. Gemeinsam bilden sie das, was als Person erscheint. Ein festes Ich existiert dabei nicht, sondern nur ein Zusammenspiel von Prozessen. Besonders hervorgehoben wird das geistige Bewusstsein, das sich fortlaufend verändert und für die spirituelle Entwicklung entscheidend ist.
Das Konzept des Nicht Selbst wird weiter durch die Idee der Leerheit und der wechselseitigen Abhängigkeit aller Phänomene vertieft. Identität wird nicht als feste Substanz verstanden, sondern als dynamischer Prozess.
Im Zusammenhang mit Wiedergeburt betont der Buddhismus, dass kein unveränderliches Selbst von einem Leben ins nächste übergeht. Stattdessen wird ein Kontinuum von Bewusstseinsmomenten weitergeführt. Dieses wird häufig durch die Metapher einer Flamme veranschaulicht, die kontinuierlich brennt, sich aber ständig verändert.
Abschließend wird deutlich gemacht, dass die Lehre vom Nicht Selbst die zentrale und spezifische Kernlehre des Buddhismus darstellt. Ohne ihr Verständnis ist ein Zugang zum buddhistischen Denken kaum möglich. Der Buddhismus versteht die Person daher als bedingtes Gefüge von Prozessen und betont die Abhängigkeit und Veränderlichkeit aller Existenz.