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Todes-Mutig

ehrenamtliche Sterbebegleitung

Veröffentlichung:24.11.2013

Das Medium beschäftigt sich mit Hospizarbeit und der ehrenamtlichen Begleitung sterbender Menschen. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass sich viele Menschen wünschen, zu Hause und im Beisein vertrauter Personen zu sterben, die Realität jedoch häufig anders aussieht. Hospize werden als Orte vorgestellt, an denen schwer kranke und sterbende Menschen mit ihren individuellen Bedürfnissen im Mittelpunkt stehen. Im Zentrum der Dokumentation stehen Petra Rungaldia und Günther Hedinger, die sich auf die ehrenamtliche Sterbebegleitung vorbereiten und anschließend sterbende Menschen begleiten. Persönliche Erfahrungen mit Tod und Verlust haben beide dazu bewegt, sich mit Sterben und Abschied auseinanderzusetzen. Die Ausbildung thematisiert unter anderem Gesprächsführung, Sterbewünsche, Sterbeängste und spirituelle Fragen. An konkreten Begegnungen zeigt das Medium, dass Sterbebegleitung vor allem Zuhören, Mitgefühl, Zeit und die Bereitschaft bedeutet, auch Hilflosigkeit auszuhalten. Dabei werden Sterben und Tod nicht ausschließlich als medizinische Ereignisse dargestellt, sondern als Teil des menschlichen Lebens. Besonders eindrücklich ist das abschließend vorgestellte Ritual des Hospizes, bei dem für jeden Gast ein individuell beschrifteter Stein aufbewahrt und nach dem Tod im Rahmen einer Gedenkfeier in den Garten getragen wird. Dieses Ritual verbindet Erinnerung, Individualität, Abschied und die Vorstellung eines Lebenskreislaufs.

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Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders für Unterrichtseinheiten zu Sterben und Tod, Hospiz, Menschenwürde, Trauer, Hoffnung, Abschied, Endlichkeit und zur Frage nach einem menschenwürdigen Umgang mit sterbenden Menschen. Da das Medium reale Menschen in existenziellen Situationen zeigt und persönliche Erfahrungen mit Krankheit, Sterben und Verlust zur Sprache kommen, sollte die Vorführung sensibel vorbereitet werden. Lernende können selbst Erfahrungen mit schwerer Krankheit, Tod und Trauer gemacht haben. Deshalb sollte zu Beginn deutlich werden, dass persönliche Erfahrungen nicht vor der Lerngruppe erzählt werden müssen. Als Einstieg können die Lernenden zunächst anonym notieren, welche Gedanken und Begriffe sie mit einem guten und würdevollen Sterben verbinden. Die Ergebnisse können gesammelt werden, ohne unmittelbar persönliche Erlebnisse zu thematisieren. Anschließend kann die Frage gestellt werden, was ein Mensch am Ende seines Lebens außer medizinischer Versorgung benötigen könnte. Dadurch wird der Blick auf soziale, emotionale und spirituelle Bedürfnisse gelenkt.

Das Video sollte aufgrund seiner Länge und der emotional anspruchsvollen Thematik möglichst in ausgewählten Sequenzen gezeigt werden. Eine erste Sequenz kann die Unterschiede zwischen Krankenhaus und Hospiz sowie die grundlegende Idee der Hospizarbeit erschließen. Eine weitere Sequenz kann die Motivation der ehrenamtlich Begleitenden und deren Vorbereitung behandeln. Besonders geeignet für eine vertiefende Auseinandersetzung sind die konkreten Begegnungen mit sterbenden Menschen. Die Lernenden können dabei beobachten, welche Bedürfnisse geäußert werden, wie die Begleitenden reagieren und in welchen Situationen sie selbst an Grenzen geraten. Ein Beobachtungsauftrag kann lauten: Was tut ein Mensch eigentlich, wenn er einen Sterbenden begleitet, obwohl er dessen Krankheit nicht heilen und dessen Tod nicht verhindern kann? Die Ergebnisse können anschließend in Partnerarbeit verglichen werden. Dabei sollte herausgearbeitet werden, dass Begleitung nicht mit Problemlösung gleichgesetzt werden kann. Zuhören, Anwesenheit, Mitgefühl und das Aushalten von Hilflosigkeit erhalten im Medium einen eigenen Wert.

Religionspädagogisch bietet sich daran anschließend die Auseinandersetzung mit der Menschenwürde an. Die Lernenden können untersuchen, woran im Hospiz sichtbar wird, dass ein sterbender Mensch nicht auf seine Krankheit reduziert wird. Dazu können Aussagen und Szenen aus dem Medium gesammelt und Kategorien wie Selbstbestimmung, Beziehung, Zeit, Aufmerksamkeit, Individualität und Fürsorge zugeordnet werden. Eine weiterführende Aufgabe kann darin bestehen, eine eigene Definition für menschenwürdige Sterbebegleitung zu formulieren. Diese lässt sich anschließend mit christlichen Vorstellungen von der unverlierbaren Würde jedes Menschen, der Nächstenliebe und der Begleitung leidender Menschen verbinden. Dabei sollte jedoch vermieden werden, vorschnell religiöse Antworten auf die Erfahrungen der Betroffenen zu übertragen. Vielmehr können religiöse Deutungen als mögliche Perspektiven neben persönlichen und nicht religiösen Deutungen betrachtet werden.

Besonders ergiebig ist auch die im Medium formulierte Erfahrung, dass die Beschäftigung mit dem Tod den Blick auf das Leben verändern kann. Petra beschreibt, dass die Hospizarbeit ihr hilft, alltägliche Probleme zu relativieren. Günther versteht seine Tätigkeit als eine Entmystifizierung des Todes und beschreibt die Auseinandersetzung mit dem Sterben zugleich als etwas, das ihm Kraft zum Leben gibt. Hier kann eine philosophische und theologische Vertiefung ansetzen: Verändert das Wissen um die eigene Endlichkeit die Art, wie Menschen leben? Was macht ein erfülltes Leben aus? Muss der Tod verdrängt werden, damit Menschen glücklich leben können, oder kann gerade seine bewusste Wahrnehmung dem Leben Bedeutung verleihen? Die Lernenden können zunächst individuell Stellung beziehen und anschließend ihre Positionen in einem moderierten Unterrichtsgespräch miteinander vergleichen.

Für die abschließende Sicherung eignet sich das Steinritual des Hospizes besonders gut. Jeder Gast kann einen Stein auswählen, der mit seinem Namen versehen wird. Nach seinem Tod wird der Stein zunächst aufbewahrt und später bei einer Gedenkfeier in den Garten gebracht. Mit der Zeit wäscht der Regen den Namen ab. Die Lernenden können dieses Ritual hinsichtlich seiner Symbole untersuchen: Wofür kann der Stein stehen? Welche Bedeutung besitzt der Name? Was könnte das allmähliche Verschwinden des Namens ausdrücken? Warum benötigen Menschen Rituale für Abschied und Erinnerung? Anschließend können Bezüge zu christlichen Trauer und Bestattungsritualen sowie zu Ritualen anderer Religionen oder zu nicht religiösen Formen des Erinnerns hergestellt werden. Als kreative Vertiefung können die Lernenden ein eigenes Abschieds oder Erinnerungsritual entwerfen und erläutern, welche Vorstellungen von Leben, Tod, Erinnerung und Hoffnung darin zum Ausdruck kommen. Entscheidend ist dabei nicht eine bestimmte religiöse Antwort, sondern die Fähigkeit, unterschiedliche Deutungen wahrzunehmen, respektvoll miteinander ins Gespräch zu bringen und eine eigene begründete Position zu entwickeln.

Fragestellungen zum Video mit Antworten: Was ist die zentrale Aufgabe eines Hospizes? Ein Hospiz begleitet schwer kranke und sterbende Menschen in ihrer letzten Lebensphase und richtet die Betreuung an ihren individuellen Bedürfnissen sowie an denen ihrer Angehörigen aus. Welche Aufgabe übernehmen ehrenamtliche Sterbebegleitende? Sie schenken Zeit, hören zu, begleiten und bringen ein Stück alltägliche Normalität in eine Lebenssituation, die ansonsten stark durch Krankheit, Pflege und medizinische Versorgung bestimmt sein kann. Warum entscheiden sich Petra und Günther für die Sterbebegleitung? Beide verbinden mit Tod und Abschied persönliche Erfahrungen. Petra hat das Sterben einer Freundin erlebt, während Günther bereits als Kind seinen Vater durch einen Unfall verlor. Was müssen Sterbebegleitende lernen? Die Vorbereitung umfasst unter anderem Gesprächsführung, den Umgang mit Sterbewünschen und Sterbeängsten sowie spirituelle Aspekte von Sterben und Tod. Warum ist Zuhören in der Sterbebegleitung wichtig? Sterbende Menschen brauchen nicht immer jemanden, der eine Lösung anbietet. Begleitung kann bedeuten, einem Menschen zuzuhören, Mitgefühl zu zeigen und bei ihm zu bleiben, obwohl Krankheit, Schmerzen oder Tod nicht beseitigt werden können. Welche Rolle spielt Selbstbestimmung? Im Medium wird deutlich, dass sterbende Menschen eigene Wünsche und Vorstellungen haben und möglichst lange Entscheidungen über ihr Leben und ihre letzte Lebensphase treffen möchten. Was lernen die Begleitenden selbst durch ihre Tätigkeit? Sie erfahren, dass die Begegnung mit Sterben und Tod auch ihre eigene Sicht auf das Leben verändern kann. Alltägliche Probleme können in einem anderen Verhältnis erscheinen und Fragen danach entstehen, was im eigenen Leben wirklich wichtig ist. Was bedeutet die Aussage, dass Sterben zum Leben gehört? Sie verweist darauf, dass Endlichkeit eine grundlegende Bedingung menschlichen Lebens ist. Die Beschäftigung mit dem Tod kann deshalb zugleich eine Beschäftigung mit der Frage sein, wie Menschen leben möchten. Welche Bedeutung hat das Steinritual? Der individuelle Stein steht für die Einzigartigkeit eines Menschen und hält die Erinnerung an ihn zunächst sichtbar fest. Dass der Name durch den Regen schließlich verschwindet, wird im Medium mit der Vorstellung eines Kreislaufs verbunden. Welche religiösen Fragen wirft das Video auf? Es eröffnet Fragen nach der Würde des Menschen, nach Leid und Endlichkeit, nach Hoffnung angesichts des Todes, nach einem möglichen Leben nach dem Tod und danach, welche Bedeutung Rituale und Gemeinschaft beim Abschied besitzen. Gibt das Video eindeutige Antworten auf die Frage, was nach dem Tod geschieht? Nein. Es zeigt persönliche Erfahrungen und Deutungen und eröffnet damit einen Raum, in dem religiöse, philosophische und persönliche Vorstellungen miteinander ins Gespräch gebracht werden können.

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