Für den Religionsunterricht eignet sich das Video besonders für die Sekundarstufe, um die Themen Schöpfungsverantwortung, globale Gerechtigkeit, indigene Perspektiven, Nachhaltigkeit und christliche Weltverantwortung zu vertiefen. Da das Interview inhaltlich anspruchsvoll und relativ lang ist, empfiehlt sich eine Arbeit mit ausgewählten Sequenzen. Lernende können zunächst zentrale Begriffe wie „indigene Bevölkerung“, „Agroforstsysteme“, „Option für die Armen“, „gutes Leben“ und „sozialökologische Transformation“ klären. Anschließend bietet sich eine arbeitsteilige Erschließung an: Eine Gruppe untersucht die Arbeit von MISEREOR und die Prinzipien kirchlicher Entwicklungszusammenarbeit, eine andere Gruppe beschäftigt sich mit der Lebensweise indigener Gemeinschaften, eine weitere mit der Bedrohung des Regenwaldes und eine vierte mit Handlungsmöglichkeiten junger Menschen. Besonders ergiebig ist der Vergleich unterschiedlicher Naturverständnisse: Natur als Ressource zur Ausbeutung oder Natur als Mitwelt, zu der der Mensch in Beziehung steht. Hier lassen sich biblische Schöpfungstexte, die Verantwortung des Menschen für die Erde und Impulse aus der katholischen Soziallehre einbeziehen. Methodisch kann das Medium durch Mindmaps, Begriffsarbeit, Standpunktlinien, Rollenkarten oder eine simulierte Diskussion zwischen Politik, Wirtschaft, indigener Bevölkerung und kirchlichen Hilfswerken erschlossen werden. Auch eine Verbindung zur eigenen Lebenswelt ist sinnvoll: Lernende können reflektieren, wie Konsum, Ernährung, Reisen und politisches Engagement mit globaler Gerechtigkeit zusammenhängen. Wichtig ist, das Thema nicht nur problemorientiert zu behandeln, sondern die im Leitwort „Es geht! Anders.“ enthaltene Hoffnungsperspektive aufzunehmen. So kann der Unterricht dazu anregen, konkrete Schritte für einen nachhaltigeren Lebensstil und für solidarisches Handeln in Schule, Gemeinde und Gesellschaft zu entwickeln.