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Eulenfisch Ute Lonny-Platzbecker

Eulenfisch,

Ute Lonny-Platzbecker

Hey! Kennst du Rudolf Duala Manga Bell?

Veröffentlichung:1.8.2022

Die Unterrichtssequenz "Kennst du Rudolf Duala Manga Bell?" mit acht Seiten thematisiert die deutsche Kolonialgeschichte am Beispiel eines Jungen aus der königlichen Familie einer in Kamerun beheimateten afrikanischen Dynastie. Er besuchte Deutschland und wurde an einer deutschen Schule ausgebildet. Später setzte er sich für eine Reform der ausbeuterischen Kolonialverwaltung im von Deutschland besetzte Kamerun ein. Dabei sah er sich als Deutscher und verfasste zusammen mit Stammesführern Briefe an den Kaiser. Bis zu seiner Hinrichtung durch die deutsche Kolonialverwaltung versuchte Bell durch Aufrufe und Briefe die Lage der afrikanischen Bevölkerungen zu verbessern. Über QR-Codes werden Lieder und Kunstwerke aus Kamerun untersucht.

Der Beitrag „Hey! Kennst du Rudolf Duala Manga Bell?“ eröffnet einen biografischen Zugang zur deutschen Kolonialgeschichte in Kamerun und stellt den kamerunischen König Rudolf Duala Manga Bell als zentrale historische Persönlichkeit vor. Ausgangspunkt ist die gleichnamige Ausstellung des MARKK in Hamburg sowie der dazugehörige Ausstellungskatalog, der eine Graphic Novel mit historischen Quellen, Bildern und Erläuterungen verbindet. Anhand der Lebensgeschichte Rudolf Duala Manga Bells wird die Entwicklung der deutsch-kamerunischen Beziehungen im Zeitalter des Kolonialismus nachvollziehbar. Der Beitrag zeigt, wie Rudolf Duala Manga Bell zunächst auf Dialog und rechtliche Mittel setzte, um gegen die Vertreibung seines Volkes aus den angestammten Siedlungsgebieten vorzugehen, bevor er schließlich von der deutschen Kolonialverwaltung hingerichtet wurde. Zugleich wird deutlich, wie koloniale Machtstrukturen, Rassismus und Ungerechtigkeit bis in die Gegenwart hinein nachwirken und Fragen nach Erinnerungskultur, historischer Verantwortung und gesellschaftlicher Anerkennung aufwerfen.


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Für den Religionsunterricht bietet das Material zahlreiche Möglichkeiten, historische Bildung mit ethischem Lernen und Fragen globaler Gerechtigkeit zu verbinden. Die Graphic Novel ermöglicht einen motivierenden und altersgerechten Zugang zu einem häufig wenig bekannten Kapitel deutscher Geschichte. Lernende können zunächst ihre Vorstellungen von Kolonialismus, Erinnerungskultur und historischer Verantwortung reflektieren und diese mit den dargestellten Ereignissen vergleichen. Besonders gewinnbringend sind biografische Zugänge über Rudolf Duala Manga Bell, Maria Mandessi Bell und Adolf Ngoso Din, da historische Entwicklungen aus der Perspektive konkreter Menschen erfahrbar werden. Die vorgeschlagenen Zeitstrahlarbeiten fördern historisches Denken und helfen dabei, Machtverschiebungen zwischen europäischen Kolonialherren und der kamerunischen Bevölkerung sichtbar zu machen. Rollenspiele, Perspektivwechsel, Quellenanalysen, Briefschreibaufgaben und die Arbeit mit historischen Verträgen ermöglichen eine multiperspektivische Auseinandersetzung mit kolonialen Herrschaftsstrukturen. Darüber hinaus eröffnen die Diskussionen um Denkmäler, Straßennamen und die Rehabilitierung Rudolf Duala Manga Bells Bezüge zur Gegenwart und fördern die Fähigkeit zur ethischen Urteilsbildung. Im Religionsunterricht lassen sich zudem Fragen nach Menschenwürde, Gerechtigkeit, Versöhnung, Schuld, Erinnerung und Verantwortung vertiefen. Fächerübergreifende Kooperationen mit Geschichte, Politik, Kunst oder Deutsch bieten zusätzliche Möglichkeiten, die Thematik handlungsorientiert und projektbezogen zu erschließen. Das Material unterstützt damit eine rassismuskritische, historisch reflektierte und werteorientierte Bildungsarbeit.

Ein Teil der Unterrichtsideen beruht auf einer Grafiknovel, die im Material nicht enthalten ist. Der Einstieg gelingt durch die Vertonung eines Liedes, das über einen QR-Code im Material zugänglich ist. Die in den Aufgaben erfragten Informationen sind im Wikipedia Artikel zu Rudolf Duala Manga Bell enthalten: Rudolf Duala Manga Bell

Daraus kann in einem ersten Schritt ein Zeitstrahl erstellt werden. In einem weiteren Schritt wird in Gruppenarbeit anhand von Texten aus QR-Codes die Umbenennung eines Platzes nach Bell und seien Rehabilitierung durch den Bundestag diskutiert. Es entstehen ebenfalls in Gruppenarbeit Kunstwerke oder Standbilder für diesen Platz. In einem weiteren Schritt wird in Gruppenarbeit ein Brief an den Bundestag entwickelt.

Hessen

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Sekundarstufe II | Q4 Kirche – Gemeinde Jesu Christi

Q4.4 Kirche im Wandel der Zeit.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe II | 12/1 Jesus Christus und die Kirche

12.1 / 6. Inkulturation und Abschied vom Eurozentrismus: Impulse aus den jungen Kirchen.

Sekundarstufe II | 13 Der Mensch und seine Zukunft - Die Zukunft der Menschheit

13 / 5. Hoffnungen, Visionen, Entwürfe, Utopien.

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