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ONEMINUTESKY Folge 2: Selbstbehauptung

Veröffentlichung:16.11.2021

Diese Impuls-Videos erzählen von Momenten, in denen Religion im Alltag begegnet. Ein Gegenstand, ein Erlebnis, ein Spruch, eine Perspektive - überraschend kann etwas zum Anlass für theologische Fragestellungen werden. Für einen Moment tut sich ein Himmel auf: ein Horizont, in dem Lebenserfahrungen und Lebensfragen aufscheinen und dazu herausfordern, sich ihnen zu stellen.

Das Video führt die Betrachtenden zu einer Kirche in Hamburg, die sich zunächst hinter einer hohen Mauer verbirgt. Der Blick fällt auf ein Tor und einen in die Mauer eingelassenen Sinnspruch: „Es gibt nichts, was mit Jesus nicht fertig wird.“ Daneben befindet sich ein Graffiti mit den Worten „Doch nicht“, das die ursprüngliche Aussage kommentiert und infrage stellt. Der Sprecher nimmt diese unerwartete Begegnung zum Anlass, über das „Fertigsein“ nachzudenken. Während der Sinnspruch Trost vermitteln möchte, lenkt das Graffiti den Blick auf eine andere Dimension: die Angst, vergessen zu werden. Daraus entwickelt sich eine existenzielle Reflexion über Leben, Tod, Erinnerung und Hoffnung. Das Video endet mit dem Gedanken, dass Gott den Menschen nicht „abfertigt“, sondern mit ihm rechnet – über den Tod hinaus.

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Für den Religionsunterricht bietet das Video vielfältige Anknüpfungspunkte zu den Themen Hoffnung, Auferstehung, Menschenwürde, Identität, Erinnerung und Gottesvorstellungen. Besonders reizvoll ist die Spannung zwischen dem offiziellen Sinnspruch und dem Graffiti-Kommentar, die unterschiedliche Perspektiven auf Leben und Glauben sichtbar macht. Methodisch kann das Medium mit einem Standbild des Mauertextes eröffnet werden. Die Lernenden formulieren zunächst eigene Deutungen der Aussage „Es gibt nichts, was mit Jesus nicht fertig wird“ und entwickeln Vermutungen über deren Bedeutung. Anschließend kann das Graffiti „Doch nicht“ eingeblendet werden. Die Lernenden diskutieren, wie sich die Aussage dadurch verändert und welche Fragen oder Einwände sichtbar werden. In einem weiteren Schritt kann das Video angesehen und die Interpretation des Sprechers mit den eigenen Überlegungen verglichen werden. Die Sequenz eignet sich besonders für philosophische und theologische Gespräche über die Bedeutung des „Fertigseins“: Wann gilt ein Mensch als „fertig“? Was bedeutet es, nicht vergessen zu werden? Welche Rolle spielen Erinnerung und Hoffnung für die menschliche Identität? Im Kontext christlicher Eschatologie können biblische Texte zur Auferstehung, zum ewigen Leben oder zur Zusage Gottes, den Menschen beim Namen zu kennen, herangezogen werden. Ebenso lässt sich die Frage diskutieren, wie christliche Hoffnung von einem bloßen Wunschdenken zu unterscheiden ist. Kreative Vertiefungen bieten sich durch Schreibaufgaben an, etwa in Form eines Dialogs zwischen dem Verfasser des Sinnspruchs und dem unbekannten Graffiti-Künstler oder durch die Gestaltung eigener Mauersprüche zu den Themen Hoffnung, Leben und Tod. Das Video fördert die Fähigkeit der Lernenden, religiöse Sprache kritisch zu hinterfragen, unterschiedliche Deutungen auszuhalten und persönliche sowie theologische Perspektiven miteinander ins Gespräch zu bringen.

Diese Videoclips lassen sich in Schule und Kirchengemeinde, in Unterricht und Andacht oder Gottesdienst einsetzen. Auch in der Jugendarbeit oder der Erwachsenenbildung kann mit diesen Videos gearbeitet werden.

Die Videoclips folgen jeweils einem gleichbleibenden Schema, setzen aber im Hinblick auf ihre Verwendung kein bestimmtes Setting voraus und sind nicht für spezifische Zielgruppen konzipiert. So sind sie flexibel und kreativ handhabbar und können in unterschiedlichsten – formalen und inhaltlichen – Zusammenhängen einen Beitrag leisten.

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