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Maria Anastasia Nikitin

Maria Anastasia Nikitin

Bildliche Darstellung von Angst, Horror und Schrecken in der christlichen Kunst

Veröffentlichung:1.1.2021

Die Anregung "Bildliche Darstellung von Angst, Horror und Schrecken in der christlichen Kunst" mit 28 Seiten thematisiert den Umgang mit angst und Tod im Christentum und deren Instrumentalisierung durch die Kirche. Die Kirche nutzte Bilder und Erzählungen lange, um Angst nicht zu bearbeiten, sondern um sie zu verbreiten. Diese Anregung erarbeitet diesen Vorgang über einen Bildaltar von Hieronymus Bosch. Dessen Tafeln werden im Detail beschrieben.

Die vorliegende Maturaarbeit untersucht die Darstellung von Angst, Horror und Schrecken in der christlichen Kunst am Beispiel des berühmten Triptychons „Der Garten der Lüste“ von Hieronymus Bosch. Die Autorin verbindet kunsthistorische, religionsgeschichtliche und bildanalytische Perspektiven miteinander. Nach einer Einführung in die Geschichte des Christentums und die Rolle der Kirche im Mittelalter analysiert sie insbesondere den rechten Bildflügel des Triptychons, die sogenannten „Höllenqualen“. Dabei werden zahlreiche Bilddetails, Symbole, Dämonenfiguren und Szenen von Leid, Strafe und Gewalt beschrieben und interpretiert. Die Arbeit fragt nach der Funktion solcher Darstellungen und kommt zu dem Schluss, dass Bilder von Hölle, Gericht und Verdammnis im Mittelalter häufig auch der Vermittlung von Angst und der Stabilisierung kirchlicher Autorität dienten. Ergänzt wird die theoretische Auseinandersetzung durch eine eigene künstlerische Arbeit, in der die Autorin zentrale Motive Boschs aufgreift und in einer modernen Interpretation von Himmel, Erde, Angst, Tod und Hoffnung verarbeitet.

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Diese Beschreibungen können in Gruppenarbeit vergeben werden. Dabei könnten über Webrecherche auch Methoden und Bilder in aktuellen Filmen zum Thema Tod und Angst/Horror gesucht und interpretiert werden. Zudem könnten diesem negativen Umgang mit Tod und Angst Alternativen aus dem neuen Testament gegenübergestellt werden. Der Widerspruch der frohen Botschaft zu den Höllenbildern von Hieronymus kann herausgearbeitet werden. Dabei würde sich auch die Frage stellen, wie die Kirche mit solchen Formen von Manipulation in ihrer eigenen Geschichte umgehen sollte.

Für den Religionsunterricht bietet die Arbeit zahlreiche Anknüpfungspunkte für die kompetenzorientierte Auseinandersetzung mit religiösen Bildwelten, Gottesvorstellungen, Jenseitsbildern und dem Verhältnis von Religion, Macht und Angst. Besonders geeignet ist das Medium für die Sekundarstufe I und II im Rahmen von Unterrichtseinheiten zu Himmel und Hölle, Gerichtsvorstellungen, Mittelalter, Kirchengeschichte, Symbolsprache oder religiöser Kunst. Lernende können zunächst eigene Eindrücke und Emotionen beim Betrachten des Bosch-Gemäldes formulieren und anschließend einzelne Bildbereiche mithilfe der vorliegenden Analysen untersuchen. Die detaillierten Beschreibungen ermöglichen eine intensive Schulung der Bildkompetenz und fördern die Fähigkeit, religiöse Symbole zu entschlüsseln und deren Wirkung zu reflektieren. Methodisch bieten sich Bildgespräche, Gallery Walks, digitale Annotationen, Standbildarbeit, kreative Schreibaufgaben aus der Perspektive einzelner Figuren oder die Erstellung eigener Bildinterpretationen an. Besonders gewinnbringend ist die kritische Diskussion der Leitfrage, ob religiöse Darstellungen primär Glaubensinhalte vermitteln oder auch zur Erzeugung von Angst eingesetzt werden können. Dabei können historische und gegenwärtige Formen von Angstkommunikation miteinander verglichen werden. Die praktische Arbeit der Autorin eröffnet darüber hinaus kreative Zugänge, indem Lernende eigene symbolische Darstellungen zu Themen wie Angst, Hoffnung, Schuld, Erlösung oder Gottesbilder entwickeln und ihre gestalterischen Entscheidungen begründen. Auf diese Weise verbindet das Medium kunstgeschichtliches Lernen mit theologischer Reflexion, ethischer Urteilsbildung und ästhetischer Bildung.

Titelbild und Einstiegsfrage: Angst in religiösen Bildern

Bereits das Titelbild mit dem Ausschnitt aus Boschs „Höllenqualen“ eignet sich als Bildimpuls. Die Lernenden beschreiben zunächst ihre Wahrnehmungen, Gefühle und spontanen Assoziationen. Anschließend diskutieren sie die Frage: „Warum zeigen Religionen manchmal beängstigende Bilder?“ Dadurch werden Vorwissen, Emotionen und erste Deutungen aktiviert.

Einführung in Christentum, Glaube und Mittelalter

Die Kapitel zum Christentum, zu den Zehn Geboten, zur mittelalterlichen Kirche und zur Macht des Papsttums können als Informationstexte eingesetzt werden. Die Lernenden erarbeiten historische Hintergründe, erstellen Zeitstrahlen oder Schaubilder und untersuchen die Bedeutung von Religion im Mittelalter. Dabei wird deutlich, wie eng Politik, Gesellschaft und Religion miteinander verbunden waren.

Kapitel „Machtausübung der Kirche“

Dieses Kapitel eignet sich für problemorientiertes Lernen. Die Lernenden analysieren historische Beispiele kirchlicher Machtausübung und diskutieren die Frage, wie Religion zur Kontrolle von Menschen genutzt werden kann. Im Unterricht können Pro-Contra-Debatten, Urteilsbildungsaufgaben oder Vergleiche mit heutigen Formen von Angstkommunikation durchgeführt werden.

Kapitel „Verbreitung von Angst durch Bilder“

Hier setzen sich die Lernenden mit Höllenvorstellungen, Fegefeuer und dem Jüngsten Gericht auseinander. Sie untersuchen, welche Wirkung religiöse Bilder entfalten können und wie Angst als pädagogisches oder politisches Instrument eingesetzt wurde. Die Ergebnisse können auf digitalen Pinnwänden oder in Gruppenpräsentationen festgehalten werden.

Biografischer Zugang zu Hieronymus Bosch

Die Kurzbiografie Boschs ermöglicht einen Zugang zur Person des Künstlers. Die Lernenden recherchieren weitere Werke Boschs, vergleichen Bildmotive und reflektieren die Rolle von Künstlern als Deuter religiöser Wirklichkeit.

Das Triptychon „Der Garten der Lüste“

Das Gesamtbild eignet sich hervorragend für eine Bilderschließung. Die Lernenden betrachten die drei Bildflügel (Paradies – Welt der Begierde – Hölle) und entwickeln erste Deutungshypothesen. Anschließend können sie die Bildteile miteinander vergleichen und die dargestellte Sicht auf den Menschen analysieren.

Bildanalyse „Höllenqualen“

Die detaillierte Analyse des rechten Bildflügels kann als Stationenarbeit genutzt werden. Die Lernenden untersuchen einzelne Bildbereiche, beschreiben Figuren, Symbole und Farben und entwickeln eigene Interpretationen. Dabei lernen sie Methoden der Bildanalyse kennen und üben den Umgang mit religiöser Symbolik.

Analyse der unteren Bildebene

Die Lernenden beschäftigen sich mit Symbolen für Sünde, Versuchung, Spielsucht, Blindheit, Gier und menschliches Fehlverhalten. Sie entschlüsseln Bildsymbole und überlegen, welche menschlichen Erfahrungen Bosch darstellen wollte. Eine kreative Weiterführung könnte darin bestehen, moderne Symbole für heutige Versuchungen zu entwerfen.

Analyse der mittleren Bildebene

Hier stehen Tod, Vergänglichkeit, Krieg, Gewalt und menschliche Ohnmacht im Mittelpunkt. Die Lernenden diskutieren die Frage, warum Menschen Angst vor dem Tod haben und welche Antworten Religionen darauf geben. Die dargestellten Symbole können mit heutigen Bildern von Krieg und Leid verglichen werden.

Analyse der oberen Bildebene

Die Darstellung von Chaos, Krieg und Zerstörung lädt zu theologischen und philosophischen Gesprächen ein. Die Lernenden diskutieren Fragen nach dem Bösen, nach menschlicher Verantwortung und nach der Entstehung von Gewalt. Die Bildszene eignet sich besonders für ethische Urteilsbildungsprozesse.

Fazit der Autorin

Die Schlussfolgerungen der Arbeit können als Diskussionsgrundlage dienen. Die Lernenden setzen sich mit der These auseinander, dass Angstbilder im Mittelalter zur Stabilisierung kirchlicher Macht dienten. Dabei lernen sie zwischen historischem Christentum, kirchlicher Institution und christlicher Botschaft zu unterscheiden.

Praktische Gestaltungsarbeit der Autorin

Besonders interessant für den Religionsunterricht ist die eigene künstlerische Arbeit der Autorin. Die Lernenden analysieren die dargestellten Ebenen von Hölle, Erde und Himmel und untersuchen die verwendeten Symbole. Anschließend können sie selbst religiöse oder existenzielle Themen künstlerisch gestalten.

Eigene Bildgestaltung

In Anlehnung an Boschs Arbeitsweise entwerfen die Lernenden eigene Bilder zu Themen wie:

Angst und Hoffnung

Himmel und Hölle

Schuld und Vergebung

Das Gute und das Böse

Gottesbilder heute

Die Welt im Jahr 2100

Dabei begründen sie ihre Symbolwahl und präsentieren ihre Werke in einer Ausstellung oder digitalen Galerie.

Bildvergleich Bosch – Gegenwart

Die Lernenden vergleichen Boschs Höllendarstellungen mit modernen Bildern aus Filmen, Computerspielen, sozialen Medien oder politischen Kampagnen. Dadurch reflektieren sie, wie Angst heute visuell erzeugt und kommuniziert wird.

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