RU-digitalRU-digital-logo
Glaube & Gesellschaft im Gespräch | Universität Fribourg

Glaube & Gesellschaft im Gespräch | Universität Fribourg

Weltaufgang im Weltuntergang

Veröffentlichung:23.11.2021

Wie kann man auf undogmatische Weise Dogmatik betreiben? Wie auf verständliche und ansprechende Weise von „Gnade und Erlösung“, „Auferstehung und Himmelfahrt“, „Dreifaltigkeit“, „Jungfrauengeburt“ und „Ewigem Leben“ reden? Hat man es bei solchen Begriffen mit abgestandenen Mythologemen zu tun? Oder mit existentiellen Fragestellungen allerersten Ranges?

Die hier erstmals in Videoform vorliegenden Vorträge sind eine Mischung aus Predigt und theologischem Essay. Ihr Anliegen ist ein Gang durch die zentralen Themen des Apostolischen Glaubensbekenntnisses. Denn der christliche Glaube kann heute nur noch verständlich werden, wenn im Verständnis der „Sache“ der Mensch – der Mensch (!), nicht nur der Christ – sich selbst tiefer verstehen lernt, wenn Theologie sich als eine Tiefendimension der Anthropologie zugänglich macht.

Daher verfolgen die hier zu einem „Grundkurs des Glaubens“ zusammengestellten Vorträge ein höchst elementares Anliegen: Sie wollen dazu beitragen, in religiöser Hinsicht sprachfähig zu werden.

In dieser Folge der Reihe Dr. Ignoranz setzt sich der Theologe und Religionsphilosoph mit den biblischen Vorstellungen vom Weltende auseinander und entwickelt eine Deutung, die traditionelle Endzeitbilder in einem neuen Licht erscheinen lässt. Ausgehend von der Endzeitrede Jesu im Markusevangelium wird gefragt, ob die Rede vom Weltuntergang tatsächlich als Ankündigung einer kosmischen Katastrophe verstanden werden muss oder vielmehr als Symbol für tiefgreifende innere Wandlungsprozesse des Menschen. Das Video verbindet biblische Texte mit philosophischen, theologischen und naturwissenschaftlichen Überlegungen und entwickelt die Vorstellung eines Weltaufgangs im Weltuntergang. Dabei werden Fragen nach Gott als Urgrund aller Wirklichkeit, nach Tod, Auferstehung, Gericht, Läuterung, Hoffnung und Vollendung behandelt. Die Reflexionen greifen Gedanken von Ludwig Wittgenstein, Anselm von Canterbury, Karl Rahner und Paul Tillich auf und führen zu der Frage, wie Menschen ihre eigene Endlichkeit verstehen können. Das Gericht Gottes erscheint dabei nicht als Drohung, sondern als heilende Wahrheit, die den Menschen erkennen lässt, wer er wirklich ist und sein kann. Abschließend veranschaulicht die Erzählung des Films Mr. May oder Das Flüstern der Ewigkeit die Hoffnung, dass kein Leben und keine Liebe verloren gehen, sondern in Gottes Wirklichkeit bewahrt bleiben.

Products

Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders für anspruchsvolle Lernprozesse in der Oberstufe, da es zentrale Fragen der Eschatologie, Anthropologie und Theodizee in einer lebensnahen und zugleich philosophisch reflektierten Weise behandelt. Lernende können zunächst eigene Vorstellungen von Weltende, Gericht, Himmel, Tod und Auferstehung sammeln und mit den im Video entwickelten Deutungen vergleichen. Besonders gewinnbringend ist die Auseinandersetzung mit der Frage, wie biblische Bilder verstanden werden können und welche Bedeutung symbolische Sprache für religiöse Aussagen besitzt. Methodisch bietet sich eine Analyse der verwendeten Metaphern wie Weltuntergang, Weltaufgang, Licht, Gericht oder Läuterung an. Die Lernenden können untersuchen, welche Menschenbilder und Gottesvorstellungen hinter den verschiedenen Deutungen stehen und wie sich diese von populären Vorstellungen über Endzeit und Jüngstes Gericht unterscheiden. Das Video eröffnet zudem die Möglichkeit, naturwissenschaftliche und theologische Perspektiven miteinander ins Gespräch zu bringen und die unterschiedlichen Erkenntnisinteressen beider Zugänge herauszuarbeiten. Besonders ergiebig ist die Diskussion über die Frage, ob Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod vernünftig begründet werden kann und welche Bedeutung solche Hoffnungen für die Lebensgestaltung besitzen. Die Ausführungen über Erinnerung, Schuld, Versöhnung und Heilung ermöglichen darüber hinaus eine vertiefte Beschäftigung mit biografischen Erfahrungen, Vergebung und der Sehnsucht nach Gerechtigkeit. Die abschließende Filmerzählung bietet einen emotionalen Zugang zur Frage nach dem Sinn des Lebens und nach dem bleibenden Wert menschlicher Beziehungen. Das Medium fördert dadurch religiöse Urteilsfähigkeit, hermeneutische Kompetenz, philosophische Reflexionsfähigkeit und die Fähigkeit der Lernenden, existenzielle Fragen in ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Bedeutung zu erschließen.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe II | Q1 Jesus Christus – das menschgewordene Wort Gottes

Q1.2 Die Auferstehung Jesu: Hoffnung über den Tod hinaus.

Sekundarstufe II | Q4 Kirche – Gemeinde Jesu Christi

Q4.5 Fragen an Kirche – umstrittene Kirche.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe II | 11/1 Was ist der Mensch?

11.1 / 3. Der Mensch und seine Verantwortung.

Sekundarstufe II | 13 Der Mensch und seine Zukunft - Die Zukunft der Menschheit

13 / 1. Sterben und Tod, Erlösung und Auferstehung.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.