Die interaktive Karte kann genutzt werden, um solche Stolpersteine in der eigenen Stadt aufzuspüren (NRW). Zudem enthält die Seite Bilder und Biografien der einzelnen Personen. Diese könnten als Gruppenarbeit oder Projekt auch im Internet recherchiert und in Form eines Referates oder Plakate aufgearbeitet werden.
Didaktisch besitzt das Medium ein hohes Potenzial für den Religionsunterricht, da es historisches Lernen mit ethischer Reflexion und Erinnerungskultur verbindet. Die Lernenden können zunächst eigenständig Biografien recherchieren und untersuchen, welche Auswirkungen Ausgrenzung, Antisemitismus und menschenverachtende Ideologien auf einzelne Menschen hatten. Besonders gewinnbringend ist die lokale Verankerung des Mediums. Die Lernenden können Stolpersteine in ihrer eigenen Region suchen und dadurch eine unmittelbare Verbindung zwischen Geschichte und Gegenwart herstellen. Methodisch eignet sich die Karte für digitale Rechercheaufgaben, biografisches Lernen, Projektarbeit sowie Formen des entdeckenden Lernens. In Partner oder Gruppenarbeit können einzelne Lebensgeschichten untersucht, präsentiert und miteinander verglichen werden. Anschließend bieten sich Gespräche über Menschenwürde, Verantwortung, Zivilcourage, Schuld, Erinnerung und Versöhnung an. Im Religionsunterricht können zudem Bezüge zu biblischen Vorstellungen von Nächstenliebe, Gerechtigkeit und dem Schutz menschlichen Lebens hergestellt werden. Das Medium fördert Empathie, Perspektivwechsel und historische Urteilskompetenz, da die Lernenden Geschichte aus der Sicht konkreter Menschen wahrnehmen. Darüber hinaus eignet es sich für fächerverbindende Unterrichtsvorhaben mit Geschichte, Politik und Ethik. Exkursionen zu Stolpersteinen vor Ort oder die Gestaltung eigener Erinnerungsprojekte können die Arbeit mit dem Medium sinnvoll ergänzen. Auf diese Weise leistet das Material einen wichtigen Beitrag zur Demokratiebildung und zur Sensibilisierung für aktuelle Formen von Ausgrenzung, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit.