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Westdeutscher Rundfunk (WDR)

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Stolpersteine

Veröffentlichung:1.1.1970

Die Anregung "Stolpersteine" bietet eine interaktive Karte zum Recherchieren von Opfern des Dritten Reiches. An vielen Orten in deutschen Städten sind sogenannte Stolpersteine verlegt. Die sind Pflastersteine mit einer Bronzeplakette zur Erinnerung an eines dieser Opfer. Dabei sind nicht nur jüdische Mitbürger, sondern auch andere Opfergruppen wie ermordete kranke Personen oder Zeugen Jehovas oder aus politischen Gründen verfolgte Menschen Teil dieses Projektes.

Das digitale Medium „Stolpersteine NRW“ bietet eine interaktive Karte, auf der die in Nordrhein Westfalen verlegten Stolpersteine dokumentiert sind. Die Lernenden können einzelne Orte auswählen und erhalten Informationen zu den Menschen, an die mit den Stolpersteinen erinnert wird. Die Biografien erzählen von jüdischen Bürgerinnen und Bürgern, politischen Gegnern des Nationalsozialismus, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, Homosexuellen sowie weiteren Verfolgten des nationalsozialistischen Regimes. Durch die Verbindung von geografischer Orientierung und persönlichen Lebensgeschichten wird die Geschichte des Nationalsozialismus konkret und nachvollziehbar. Das Medium macht deutlich, dass Verfolgung und Ausgrenzung nicht nur an weit entfernten Orten stattfanden, sondern unmittelbar in Städten und Gemeinden vor der eigenen Haustür geschahen.

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Die interaktive Karte kann genutzt werden, um solche Stolpersteine in der eigenen Stadt aufzuspüren (NRW). Zudem enthält die Seite Bilder und Biografien der einzelnen Personen. Diese könnten als Gruppenarbeit oder Projekt auch im Internet recherchiert und in Form eines Referates oder Plakate aufgearbeitet werden.

Didaktisch besitzt das Medium ein hohes Potenzial für den Religionsunterricht, da es historisches Lernen mit ethischer Reflexion und Erinnerungskultur verbindet. Die Lernenden können zunächst eigenständig Biografien recherchieren und untersuchen, welche Auswirkungen Ausgrenzung, Antisemitismus und menschenverachtende Ideologien auf einzelne Menschen hatten. Besonders gewinnbringend ist die lokale Verankerung des Mediums. Die Lernenden können Stolpersteine in ihrer eigenen Region suchen und dadurch eine unmittelbare Verbindung zwischen Geschichte und Gegenwart herstellen. Methodisch eignet sich die Karte für digitale Rechercheaufgaben, biografisches Lernen, Projektarbeit sowie Formen des entdeckenden Lernens. In Partner oder Gruppenarbeit können einzelne Lebensgeschichten untersucht, präsentiert und miteinander verglichen werden. Anschließend bieten sich Gespräche über Menschenwürde, Verantwortung, Zivilcourage, Schuld, Erinnerung und Versöhnung an. Im Religionsunterricht können zudem Bezüge zu biblischen Vorstellungen von Nächstenliebe, Gerechtigkeit und dem Schutz menschlichen Lebens hergestellt werden. Das Medium fördert Empathie, Perspektivwechsel und historische Urteilskompetenz, da die Lernenden Geschichte aus der Sicht konkreter Menschen wahrnehmen. Darüber hinaus eignet es sich für fächerverbindende Unterrichtsvorhaben mit Geschichte, Politik und Ethik. Exkursionen zu Stolpersteinen vor Ort oder die Gestaltung eigener Erinnerungsprojekte können die Arbeit mit dem Medium sinnvoll ergänzen. Auf diese Weise leistet das Material einen wichtigen Beitrag zur Demokratiebildung und zur Sensibilisierung für aktuelle Formen von Ausgrenzung, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.3. Juden und Christen – eine leidvolle Geschichte. Geschwister im Glauben.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.2 Dem Zeitgeist widerstehen: Kirche und Diktatur.

Interaktiv

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25.1.2023

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