Das Medium eignet sich in besonderer Weise für den Religionsunterricht der Sekundarstufe, da es zentrale Fragen jugendlicher Identitätsentwicklung mit christlichen Lebensformen verbindet. Die Ausstellung eröffnet Lernenden die Möglichkeit, sich mit den Themen Individualität, Gemeinschaft, Freiheit, Verbindlichkeit, Sinnsuche, Zeitgestaltung und Gottesbeziehung auseinanderzusetzen. Dabei wird klösterliches Leben nicht als historische Besonderheit, sondern als zeitgenössische und herausfordernde Lebensform dargestellt. Die Ausstellung verfolgt das Ziel, Verständnisbrücken zwischen der Lebenswelt von Jugendlichen und der Lebenswelt von Ordensgemeinschaften zu bauen.
Für den Unterricht bietet sich zunächst eine Annäherung über die Frage des Andersseins an. Die Lernenden können eigene Erfahrungen mit Fremdheit, Individualität, Ausgrenzung und Zugehörigkeit reflektieren. Dadurch wird ein lebensweltlicher Zugang geschaffen, bevor die religiöse Dimension des Klosterlebens in den Blick genommen wird. Die Ausstellung knüpft bewusst an solche Erfahrungen an und lädt dazu ein, die eigene Haltung gegenüber Menschen und Lebensformen zu hinterfragen, die von gesellschaftlichen Normen abweichen.
Besonders ergiebig ist die Auseinandersetzung mit dem Konzept des Andersortes nach Michel Foucault. Klöster erscheinen hier als Orte, die alternative Lebensweisen sichtbar machen und dadurch Fragen an die moderne Gesellschaft stellen. Die Lernenden können untersuchen, welche Werte unsere Gesellschaft prägen und welche Alternativen das klösterliche Leben anbietet. Themen wie Konsum, Leistungsdruck, Selbstoptimierung, Mobilität oder Gemeinschaft können dabei kritisch reflektiert werden.
Methodisch eignen sich Stationenarbeit, Gruppenpuzzle oder projektorientierte Lernformen. Die drei Bereiche Andersort, Anderszeit und Andersleben können arbeitsteilig erschlossen werden. Während der Bereich Andersort Fragen nach Ordnung, Orientierung und Lebenssinn thematisiert, eröffnet Anderszeit eine Reflexion über den Umgang mit Zeit und Rhythmen des Lebens. Im Bereich Andersleben stehen existenzielle Fragen nach Gemeinschaft, Liebe, Gehorsam, Glauben, Arbeit und Heimat im Mittelpunkt. Diese Themen besitzen eine hohe Anschlussfähigkeit an die Lebenswelt der Lernenden und ermöglichen eine intensive persönliche Auseinandersetzung.
Darüber hinaus eignet sich das Medium hervorragend für Diskussionen über gelingendes Leben. Die in der Ausstellung verwendeten Gegensatzpaare wie Ich bin ich und Ich werde im Wir, Ich will und Ich muss oder Mir steht die Welt offen und Ich bleibe hier regen zur Reflexion grundlegender menschlicher Spannungsfelder an. Die Lernenden können diese Pole auf ihr eigenes Leben beziehen und diskutieren, welche Balance für ein erfülltes Leben notwendig erscheint. Dadurch werden religiöse Bildung, ethische Urteilsbildung und Persönlichkeitsentwicklung miteinander verbunden.
Das Medium fördert insbesondere die Wahrnehmungsfähigkeit, Perspektivübernahme, Reflexionskompetenz, Urteilsfähigkeit und Dialogfähigkeit der Lernenden. Es eröffnet einen authentischen Zugang zu christlicher Spiritualität und zeigt, dass Klöster nicht lediglich historische Einrichtungen sind, sondern Orte, an denen grundlegende Fragen des Menschseins auf besondere Weise gelebt und reflektiert werden.