Die Unterrichtssequenz "Sünde und Entfremdung" mit 20 Seiten thematisiert die Entwicklung ethischer Prinzipien und des persönlichen Glaubens. Als biblischer Bezug dient die Geschichte Jesu mit der Ehebrecherin. Weitere Unterrichtsideen zum Thema Sünde in der Bibel und im Alltag sind ebenfalls angelegt.
Der Beitrag „Zeitgemäßes Reden von Sünde und Schuld“ von Christoph Böttigheimer setzt sich mit der Frage auseinander, wie die traditionellen theologischen Begriffe Sünde und Schuld in der Gegenwart verständlich und lebensnah erschlossen werden können. Der Autor zeigt, dass die Rede von Sünde heute häufig auf Ablehnung oder Unverständnis stößt, da viele Menschen den Begriff mit moralischer Verurteilung, Schuldzuweisung oder einem überholten Menschenbild verbinden. Gleichzeitig arbeitet der Text heraus, dass Erfahrungen von Schuld, Versagen, Entfremdung, persönlicher Verantwortung und zerstörten Beziehungen weiterhin zum menschlichen Leben gehören. Ausgehend von biblischen Grundlagen, insbesondere dem Alten und Neuen Testament, erläutert der Autor verschiedene Deutungen von Sünde als gestörte Beziehung zu Gott, zu anderen Menschen und zu sich selbst. Darüber hinaus werden historische Entwicklungen der kirchlichen Sündenlehre dargestellt und Perspektiven für eine zeitgemäße Interpretation eröffnet, die die Freiheit, Würde und Verantwortung des Menschen ernst nimmt. Der Text versteht Sünde nicht primär als einzelne Verfehlung, sondern als umfassende Wirklichkeit menschlicher Selbstverfehlung und Gottesferne, die zugleich auf Vergebung, Versöhnung und Heil verweist.