Für den Religionsunterricht ist das Medium vor allem in höheren Jahrgangsstufen geeignet, da es ein sensibles und zugleich gesellschaftlich brisantes Thema aufgreift. Es kann in Unterrichtsreihen zu Antisemitismus, Erinnerungskultur, Menschenwürde, Religion und Gewalt, demokratischer Verantwortung oder interreligiösem Lernen eingesetzt werden. Didaktisch ist dabei besonders wichtig, dass das Medium nicht unkommentiert verwendet wird, sondern durch die Lehrkraft eingeordnet und begleitet wird. Einige Aussagen sind zugespitzt und vereinfachend, deshalb sollte mit den Lernenden stets zwischen Information, Deutung und Bewertung unterschieden werden. Methodisch bietet sich eine abschnittsweise Arbeit an. Zunächst kann der aktuelle Anlass des Anschlags analysiert werden, um anschließend historische und gegenwartsbezogene Dimensionen des Antisemitismus zu erschließen. Hilfreich sind Leitfragen wie Was ist Antisemitismus, Wie zeigt er sich, Warum ist er mehr als nur ein Vorurteil und Wie kann eine Gesellschaft darauf reagieren. Ebenso sinnvoll ist eine kritische Medienanalyse, bei der Lernenden untersuchen, mit welchen Beispielen, Begriffen und Gegenüberstellungen das Medium arbeitet. Auf diese Weise wird nicht nur Sachwissen gefördert, sondern auch Urteilskompetenz. Im Unterrichtsgespräch sollte deutlich werden, dass Antisemitismus niemals legitimiert werden kann, unabhängig davon, aus welchem politischen oder religiösen Zusammenhang er stammt. Zugleich ist es wichtig, pauschale Zuschreibungen zu vermeiden und differenziertes Denken einzuüben. Das Medium kann außerdem Anlass sein, über Zivilcourage, Schutz religiöser Minderheiten und die Verantwortung jedes Einzelnen nachzudenken. Die Lehrkraft sollte auf eine geschützte Gesprächsatmosphäre achten und klare Regeln für respektvolle Kommunikation setzen, da das Thema emotional belastend sein und kontroverse Reaktionen auslösen kann. So kann das Medium dazu beitragen, historische Erinnerung mit gegenwartsbezogener ethischer Bildung zu verbinden und Lernenden ein waches Bewusstsein für Formen von Ausgrenzung und Mensche