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Landeszentrale für politische Bildung Baden Württemberg

Landeszentrale für politische Bildung Baden Württemberg

Praxis des Widerstands 1933 bis 1945

Veröffentlichung:1.1.2019

Die Unterrichtssequenz "Praxis des Widerstands 1933 bis 1945" mit 48 Seiten definiert Widerstand anhand von 16 biografischen Beispielen. Die Beispiele reichen vom Organisieren einer Demonstration über das Verstecken jüdischer Mitbürger, bis zu einem Sprengstoffattentat auf nationalsozialistische Einrichtungen. Die Beispiele sind sehr eindrucksvoll aufgearbeitet und mit Bildern und Quellen hinterlegt.

Das Medium stellt sechzehn Biografien von Männern, Frauen und Jugendlichen aus Südwestdeutschland vor, die während der nationalsozialistischen Diktatur auf unterschiedliche Weise Widerstand leisteten. Dabei werden vielfältige Formen widerständigen Handelns sichtbar: Demonstrationen, Hilfe für verfolgte Jüdinnen und Juden, Verweigerung politischer Anpassung, Verbreitung verbotener Schriften, religiös motivierter Protest, Fluchthilfe sowie die Unterstützung von KZ Häftlingen. Die Publikation zeigt, dass Widerstand nicht nur aus spektakulären Attentaten bestand, sondern auch in mutigen alltäglichen Handlungen von Einzelpersonen und Gruppen Ausdruck fand. Die dargestellten Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Motive, soziale Hintergründe und Konsequenzen widerständigen Handelns und eröffnen einen regionalgeschichtlichen Zugang zur Geschichte des Nationalsozialismus.


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Für den Religionsunterricht bietet das Medium zahlreiche Anknüpfungspunkte zu den Themen Gewissen, Verantwortung, Zivilcourage, Menschenwürde, christlicher Widerstand und ethisches Handeln in Diktaturen. Besonders gewinnbringend ist die Arbeit mit den Biografien, da Lernende konkrete Personen kennenlernen und deren Entscheidungen vor dem Hintergrund ihres Glaubens, ihrer Überzeugungen und ihrer Lebensgeschichte nachvollziehen können. Die Materialien ermöglichen eine handlungsorientierte und differenzierende Unterrichtsgestaltung. So können Lernende einzelne Biografien in Gruppen bearbeiten, Personenprofile erstellen, Motive und Formen des Widerstands vergleichen oder die Folgen widerständigen Handelns analysieren. Die im Heft enthaltenen Quellen, Bilder und Arbeitsaufträge fördern historisches Lernen und die Fähigkeit zur ethischen Urteilsbildung. Darüber hinaus bietet sich ein Vergleich zwischen historischem Widerstand und heutiger Zivilcourage an. Die Lernenden können diskutieren, welche Bedeutung Mut, Gewissen und Verantwortung in einer demokratischen Gesellschaft besitzen und in welchen Situationen Menschen heute aufgefordert sind, für Menschenrechte, Gerechtigkeit und Demokratie einzutreten. Besonders wertvoll ist die Verbindung von historischer Erinnerung und gegenwartsbezogener Reflexion, die zu einer vertieften Auseinandersetzung mit christlichen und humanistischen Werten anregt.

In einem ersten Schritt wird der Begriff Widerstand definiert. Dazu werden 16 Beispiele in einem Material diskutiert. Ein Teil der Beispiele stammt aus der Zeit zwischen 1933 und 1945. In einem zweiten Schritt wird widerstand heute untersucht. Dazu wird der Artikel 20 des Grundgesetzes ausgewertet. Dieser formuliert das Recht auf Widerstand. Drei Textquellen diskutieren die Folgen, welche der deutsche Gesetzgeber aus dem Nationalsozialismus gezogen hat. Dabei werden das Recht und die Pflicht zum Widerstand sowie sieben Kriterien für legitimen Widerstand aufgezeigt.

Im nächsten Schritt wird ein Beispiel aus dem Dritten Reich untersucht. Dabei organisierte ein Mann in einem Dorf 1933 einen Demonstrationszug. Der Anführer Jakob Stotz wurde zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Im nächsten Beispiel werden verbotene Schriften über die Grenze geschmuggelt. In einem dritten Beispiel werden jüdische Mitbürger unterstützt. Das vierte Beispiel zeigt ein Jugendlichen der Antikriegsparolen verbreitet. Das fünfte Beispiel stellt eine Flugblattaktion gegen den Kriegsdienst vor. Das sechste Beispiel berichte von der Planung eines Sprengstoffanschlags gegen gebäude des Reichsparteitages in Nürnberg. Das siebte Beispiel berichtet von Bischof Johannesbad Pfister Sproll, der gegen die Angliederung Öterreichs an das 3. Reich sprach. Dafür wurde er als Volksverräter denunziert. Das achte Beispiel zeigt Julius von Jahn der gegen die Pogromnacht und den Angriff der Nationalsozialisten auf jüdische Mitbürger predigte. Dafür wurde er zu 16 Monaten Haft verurteilt. Das neunte Beispiel berichtet von Heinrich Hermann der versuchte Deportationen zu verhindern. Im 10 Beispiel werden illegale Zeitungen gedruckt und veröffentlicht. Das erste Beispiel zeigt den Boykott eines nationalsozialistischen Kindergartens durch Mütter. Im 12 Beispiel wird Juden die Flucht über die Schweizer Grenze ermöglicht. Im 13 Beispiel wird Häftlingen im Konzentrationslager geholfen. Was 14 Beispiel zeigt wie ein Kind aus dem Konzentrationslager Buchenwald gerettet wird. Im 15 Beispiel wird ein jüdisches Ehepaar versteckt. Das letzte der 16 Beispiele zeigt, wie mehrere Frauen 1945 dabei halfen ein Dorf ohne Kampf an die Franzosen zu übergeben. Dazu wurden anderen Panzersperren entfernt. Die Frauen riskierten als Verräter erschossen zu werden. Auf die Beispiele folgen im Material arbeitsaufträge zum Begriff der Volksgemeinschaft und das Problem der Gruppendynamik. Menschen schwimmen mit dem Strom anstatt Widerstand zu leisten. Eine weitere Quelle untersucht das Verhalten der Deutschen im NS Staat. Im nächsten Schritt werden im Material vier Bilder und Karikatur zum Widerstand ausgewertet. Deren Bezug zum Thema Widerstand wird festgestellt. Die Inhalte reichen von ausländerfeindlichkeit bis hin zum Widerstand um den G20 Gipfel. Abschließend entsteht eine Mindmap zum Thema Widerstand. Im Material ist ein Vordruck dazu enthalten. Die 16 Beispiele werden dazu sieben Kategorien zugeordnet.

AB1: Was ist Widerstand?

Die Lernenden erhalten verschiedene Handlungen aus der Zeit des Nationalsozialismus und aus der Gegenwart. Sie entscheiden, welche Handlungen sie als Widerstand betrachten und begründen ihre Einschätzungen. Anschließend diskutieren sie die Bedeutung des historischen Kontextes für die Bewertung von Widerstand. Dadurch wird ein erster Zugang zum Thema geschaffen und der Widerstandsbegriff problematisiert.


AB2: Widerstand heute?

Anhand von Artikel 20 des Grundgesetzes und Texten zum Widerstandsrecht setzen sich die Lernenden mit der Frage auseinander, wann Widerstand in einem demokratischen Rechtsstaat legitim ist. Sie vergleichen historische Widerstandsformen mit heutigen Möglichkeiten demokratischen Handelns und reflektieren die Bedeutung von Zivilcourage.


P1 bis P16: Biografien widerständigen Handelns

Im Zentrum des Heftes stehen sechzehn Biografien von Menschen aus Baden Württemberg, die dem Nationalsozialismus auf unterschiedliche Weise widerstanden. Die Lernenden analysieren jeweils:


die konkrete Widerstandshandlung

soziale Herkunft und Lebensweg

Motivation und Überzeugungen

Entwicklung zur Gegnerschaft des NS Regimes

Folgen des Handelns

weiteres Leben nach 1945


Die Biografien können einzeln, in Gruppen oder als Lernzirkel bearbeitet und anschließend verglichen werden.


Die sechzehn Beispiele sind:


Jakob Stotz – Demonstrationszug gegen Hitler anführen

Georg Reinbold – Verbotene Schriften über die Grenze schmuggeln

Ludwig Peter Walz – Jüdische Mitbürger unterstützen

Hans Gasparitsch – Antikriegsparolen verbreiten

Artur Ditschkowski – Flugblattaktionen und Kriegsdienstverweigerung

Helle Hirsch – Planung eines Sprengstoffanschlags

Joannes Baptista Sproll – Verweigerung einer Abstimmung

Julius von Jan – Predigt gegen die Pogromnacht

Heinrich Herrmann – Verhinderung von Deportationen

Georg Lechleiter – Herausgabe einer illegalen Zeitschrift

Frida Straub und die Geislinger Frauen – Boykott eines NS Kindergartens

Luise Meier und Josef Höfler – Fluchthilfe in die Schweiz

Familie Horber – Hilfe für KZ Häftlinge

Willi Bleicher – Rettung eines Kindes im KZ Buchenwald

Hildegard Spieth – Verstecken eines jüdischen Ehepaars

Die Pfullinger Frauen – Verweigerung des Endkampfes gegen Kriegsende.

AB3: Widerstand und Volksgemeinschaft


Die Lernenden beschäftigen sich mit der Attraktivität der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft. Dadurch wird deutlich, wie groß der gesellschaftliche Anpassungsdruck war und warum Widerstand eine außergewöhnliche Leistung darstellte. Das Material hilft, die Handlungen der Widerstandskämpfer historisch einzuordnen.


AB4: Die Deutschen und Hitler


Dieses Online Material untersucht die Zustimmung vieler Deutscher zum Nationalsozialismus. Die Lernenden analysieren Ursachen der Unterstützung Hitlers und vergleichen diese mit den Biografien der Widerständigen. Dadurch wird deutlich, wie selten oppositionelles Verhalten tatsächlich war.


AB5: Widerständiges Handeln heute?


Hier bewerten die Lernenden aktuelle Beispiele von Protest und Zivilcourage. Sie diskutieren, welche Handlungen als legitimer Widerstand gelten können und wo der Begriff möglicherweise zu weit verwendet wird. Dadurch wird ein Gegenwartsbezug hergestellt.


AB6: Mindmap Widerstand


Am Ende erstellen die Lernenden eine Mindmap zum Thema Widerstand. Dabei werden Erkenntnisse aus den Biografien und Arbeitsblättern zusammengeführt. Die Lernenden strukturieren Motive, Formen, Folgen und Bedeutungen von Widerstand und sichern so ihre Ergebnisse.


Didaktischer Mehrwert für den Religionsunterricht


Im Religionsunterricht ermöglicht das Heft eine intensive Auseinandersetzung mit den Fragen:


Wann verlangt das Gewissen Widerstand?

Welche Rolle spielt der Glaube für mutiges Handeln?

Wo liegen die Grenzen von Gehorsam gegenüber dem Staat?

Was bedeutet Verantwortung für Mitmenschen?

Welche Bedeutung haben Menschenwürde und Nächstenliebe in Krisenzeiten?

Wie kann Zivilcourage heute aussehen?


Durch die Biografien wird Widerstand nicht als abstraktes historisches Ereignis, sondern als persönliche Gewissensentscheidung erfahrbar. Dies fördert historisches Lernen, ethische Urteilsbildung und Demokratiebildung gleichermaßen.

Hessen

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.3. Juden und Christen – eine leidvolle Geschichte. Geschwister im Glauben.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.2 Dem Zeitgeist widerstehen: Kirche und Diktatur.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Widerstehe den Anfängen: Wo werden heute Menschenrechte verletzt?

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