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Kirchenkampf in Notzingen 1938 bis 1939

Veröffentlichung:1.1.1970

Die Anregung "Kirchenkampf in Notzingen" mit 47 Seiten stellt über viele Bilder und Quellen die Auseinandersetzung zwischen den Deutschen Christen als nationalsozialistische Organisation und der Bekennenden Kirche am Beispiel einer Gemeinde heraus. Dies geschieht in Form von Folien. Dabei arbeitet ein Priester, zusammen mit dem Direktor der Schule und dem Bürgermeister gegen andere Priester und Vertreter der Ortskirche. Die Reichskirche der Deutschen Christen versucht die evangelische Landeskirche im Ort zu verdrängen. Dabei wird sie tatkräftig von den Vertretern der NS-Regierung unterstützt. Die Folien im Material stellen die Entwicklung dieser Auseinandersetzung über mehrere Jahre da. Dabei werden auch verschiedene Akte des Widerstandes wie das Verteilen von Flugblättern gegen die Reichspogromnacht gezeigt. Zu dem zeigt sich dass sie Bürger der Gemeinden sich von den Deutschen Christen abgewendet und der Bekennenden Kirche zugewendet haben. Ein neuer junger Vikar / Priester vertrat diese und organisierte den Widerstand gegen die Umdeutung christlicher Werte.

Das Medium dokumentiert die Auseinandersetzungen innerhalb der evangelischen Kirche im württembergischen Notzingen während der Zeit des Nationalsozialismus. Im Mittelpunkt steht der Konflikt zwischen den Deutschen Christen, die eine Anpassung der Kirche an die nationalsozialistische Ideologie anstrebten, und der Bekennenden Kirche, die an den Grundlagen des christlichen Glaubens festhielt. Anhand lokaler Ereignisse, historischer Dokumente und biografischer Darstellungen werden die Rollen von Pfarrer Gustav Schaible, Vikar Siegfried Weller, der Lehrerin Irmgard Gräter sowie Gottlieb und Paul Barz nachgezeichnet. Das Medium zeigt eindrücklich, wie sich Fragen von Glauben, Gewissen, Mut und Widerstand nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch in einer kleinen Dorfgemeinde entschieden. Dabei werden Formen des kirchlichen Widerstandes, die Auswirkungen von Angst, Denunziation und politischem Druck sowie die Bedeutung einzelner Persönlichkeiten für den Erhalt einer unabhängigen Kirche sichtbar.

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Für den Religionsunterricht bietet das Medium einen besonders lebensnahen Zugang zum Thema Kirche im Nationalsozialismus. Die lokale Perspektive ermöglicht es Lernenden, historische Entwicklungen anhand konkreter Menschen und ihrer Entscheidungen nachzuvollziehen. Die Darstellung eignet sich hervorragend für biografisches Lernen, da die Lebenswege von Irmgard Gräter, Siegfried Weller und Gottlieb Barz exemplarisch zeigen, wie christlicher Glaube Menschen zu Mut, Verantwortung und Widerstand befähigen kann. Methodisch können Lernende die unterschiedlichen Positionen von Deutschen Christen und Bekennender Kirche vergleichen und deren jeweilige theologischen Grundlagen analysieren. Die zahlreichen Fallbeispiele laden zur Quellenarbeit, zur Erstellung von Personenprofilen sowie zu Perspektivwechseln ein. Besonders gewinnbringend sind Diskussionen über die Frage, warum Menschen sich autoritären Ideologien anpassen oder ihnen widersprechen. Die im Medium dargestellten Erfahrungen von Angst, Überwachung und Denunziation ermöglichen darüber hinaus eine vertiefte Auseinandersetzung mit Menschenrechten, Gewissensfreiheit und demokratischen Grundwerten. Durch Rollenspiele, Debatten oder Gruppenarbeiten können Lernende historische Handlungsspielräume untersuchen und zugleich Bezüge zur Gegenwart herstellen. Die Frage, welche Verantwortung Christinnen und Christen sowie Bürgerinnen und Bürger heute gegenüber gesellschaftlichen Fehlentwicklungen tragen, eröffnet einen wichtigen Gegenwartsbezug. Das Medium fördert damit historisches Lernen, ethische Urteilsbildung, religiöse Bildung und Demokratiebewusstsein gleichermaßen. Besonders hervorzuheben ist die Darstellung der Bekennenden Kirche und ihres Einsatzes gegen die Gleichschaltung der Kirche durch die Deutschen Christen sowie die Bedeutung von Glauben und Gewissen als Quellen des Widerstandes.

1. Einführung in die Situation von Notzingen zwischen 1937 und 1940

Zu Beginn wird die politische und gesellschaftliche Situation der Gemeinde Notzingen dargestellt. Die Lernenden erhalten einen Überblick über die wichtigsten Personen, Orte und Entwicklungen, die den Kirchenkampf vor Ort geprägt haben. Anhand von Zeitleisten und Übersichten werden die Konflikte zwischen Landeskirche und Deutschen Christen nachvollziehbar gemacht.

Im Unterricht:

Historische Einordnung des Nationalsozialismus auf lokaler Ebene

Arbeit mit Zeitleisten

Analyse von Handlungsspielräumen in einer Dorfgemeinschaft

Einstieg über die Frage: „Wie verändert eine Diktatur das Leben einer Gemeinde?“


2. Deutsche Christen und Bekennende Kirche

Ein zentraler Teil des Mediums erklärt die Ziele der Deutschen Christen und den Widerstand der Bekennenden Kirche. Dabei werden die theologischen und politischen Unterschiede herausgearbeitet. Die Lernenden erfahren, wie die Nationalsozialisten versuchten, die Kirche ideologisch umzuformen und welche Gegenbewegungen entstanden.

Im Unterricht:

Vergleich der Positionen von Deutschen Christen und Bekennender Kirche

Analyse theologischer Konflikte

Diskussion über die Frage, ob Kirche politisch sein darf oder sogar sein muss

Erstellung von Vergleichstabellen


3. Die Rolle von Landesbischof Theophil Wurm

Das Material zeigt den Widerstand des württembergischen Landesbischofs Theophil Wurm gegen die Eingriffe der Reichskirche und der Nationalsozialisten. Dabei wird deutlich, wie kirchliche Leitungsverantwortung wahrgenommen wurde.

Im Unterricht:

Biografiearbeit

Untersuchung von Leitungsverantwortung

Diskussion über Mut in Führungspositionen

Analyse historischer Quellen


4. Gottlieb und Paul Barz als Beispiele christlichen Widerstandes

Die Brüder Barz werden als überzeugte Christen vorgestellt, die die Bekennende Kirche unterstützten und sich gegen die Nationalsozialisten stellten. Sie verteilten Flugblätter, standen unter Beobachtung und mussten mit Repressionen rechnen.

Im Unterricht:

Biografische Fallanalyse

Untersuchung persönlicher Motive für Widerstand

Diskussion über Gewissen und Verantwortung

Verfassen fiktiver Tagebucheinträge aus der Perspektive der Beteiligten


5. Angst, Denunziation und Anpassung

Ein eigenes Kapitel beschreibt die Atmosphäre von Angst und Kontrolle in der Gemeinde. Die Lernenden erfahren, welche Rolle Denunziation, Überwachung und die Drohung mit Konzentrationslagern spielten.

Im Unterricht:

Analyse von Herrschaftsmethoden in Diktaturen

Diskussion über Zivilcourage

Vergleich mit heutigen Formen sozialen Drucks

Arbeit mit ethischen Dilemmata


6. Irmgard Gräter als Lehrerin im Widerstand

Die Lehrerin Irmgard Gräter wird als wichtige Vertreterin der Landeskirche vorgestellt. Sie hielt trotz politischer Veränderungen am Religionsunterricht fest und unterstützte die Bekennende Kirche.

Im Unterricht:

Analyse der Rolle von Bildung in Diktaturen

Diskussion über Verantwortung von Lehrkräften

Untersuchung der Bedeutung religiöser Bildung

Rollenspiel zu Konflikten zwischen Staat und Gewissen


7. Siegfried Weller als Vertreter der Bekennenden Kirche

Der Vikar Siegfried Weller wird als zentrale Figur des kirchlichen Widerstandes beschrieben. Seine Arbeit führte zu einer deutlichen Belebung des Gemeindelebens und stärkte die Bindung an die Landeskirche.

Im Unterricht:

Erarbeitung eines Personenprofils

Untersuchung von Führungsverhalten

Vergleich mit anderen Widerstandspersönlichkeiten

Reflexion über christliche Verantwortung


8. Gustav Schaible und die Deutschen Christen

Das Material beleuchtet die Rolle des Pfarrers Gustav Schaible, der Mitglied der NSDAP und Ortsleiter der Deutschen Christen war. Seine Biografie zeigt die Verflechtung von Kirche und nationalsozialistischer Ideologie. Gleichzeitig wird seine persönliche Situation differenziert dargestellt.

Im Unterricht:

Analyse von Anpassung und Mitwirkung

Diskussion über Schuld und Verantwortung

Perspektivwechsel

Erarbeitung moralischer Konflikte


9. Kirchliche Interventionen und die Absetzung Schaibles

Die Materialien dokumentieren die Bemühungen des Oberkirchenrates und der Gemeinde, gegen Schaible vorzugehen. Schließlich verliert er das Vertrauen der Gemeinde und wird vorzeitig in den Ruhestand versetzt.

Im Unterricht:

Untersuchung kirchlicher Konfliktlösungen

Quellenanalyse

Diskussion über Verantwortung von Institutionen

Bewertung historischer Entscheidungen


10. Erinnerungskultur und Gegenwartsbezug

Im letzten Teil wird gezeigt, wie die Gemeinde die Erinnerung an Gottlieb Barz, Irmgard Gräter und Siegfried Weller bewahrt. Die Verleihung der Brenz Medaille und die Forderung nach öffentlicher Erinnerung werden thematisiert.

Im Unterricht:

Diskussion über Erinnerungskultur

Gestaltung von Gedenkprojekten

Entwicklung von Ausstellungen oder digitalen Präsentationen

Reflexion über die Bedeutung historischer Vorbilder für die Gegenwart

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.3. Juden und Christen – eine leidvolle Geschichte. Geschwister im Glauben.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.2 Dem Zeitgeist widerstehen: Kirche und Diktatur.

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