Das Video aus der Reihe „Sketch Bibel“ setzt sich mit dem Verhältnis zwischen dem Alten Testament und dem Neuen Testament auseinander. Ausgangspunkt ist die Aussage Jesu aus dem Matthäusevangelium, dass er nicht gekommen sei, das Gesetz und die Propheten aufzuheben, sondern zu erfüllen. Der Beitrag widerspricht der verbreiteten Fehlannahme, das Alte Testament sei überholt oder durch das Neue Testament ersetzt worden. Stattdessen wird betont, dass Jesus selbst in der Tradition der jüdischen Schriften steht und diese mit seinem Leben und Handeln auslegt. Die Botschaft der biblischen Texte wird nicht als starrer Gesetzeskatalog verstanden, sondern als Einladung zu einem Leben aus Liebe, Gerechtigkeit und Verantwortung. Anknüpfend an die Überlegungen des Theologen Erich Zenger wird deutlich gemacht, dass das Neue Testament ohne die Schriften des Ersten Testaments nicht angemessen verstanden werden kann. Jesus erscheint als die gelebte Erfüllung dessen, was Gesetz und Propheten beabsichtigen: ein Leben, das von Liebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit geprägt ist.
Das alte Klischee, das sogenannte „Alte Testament“ sei brutal, veraltet und vom „Neuen Testament“ überholt, existiert zum Glück nur noch in ganz wenigen Köpfen. Jesus sagt heute ganz deutlich: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben! Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.“ Es geht ihm also keineswegs bloß um die Ehrenrettung der überlieferten Texte. Er bezeichnet sich sogar als Erfüllung dieser. Ich würde sagen: Als das gelebte Gesetz. Und vielleicht ist das der entscheidende Unterschied, wie man mit den Texten umgehen sollte: Man sollte sie weniger als einengende Formalia rezitieren, sondern sie mit Leben erfüllen.