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MAKA - Vernunft & Glaube

MAKA - Vernunft & Glaube

Naturrecht im Unterschied zum Gnadenrecht?

Veröffentlichung:16.2.2023

Msgr. Prof. Peter Schallenberg ist katholischer Priester und seit 2008 Inhaber des Lehrstuhls für Moraltheologie und Ethik an der Theologischen Fakultät Paderborn. Zudem hatte er Gastprofessuren an der Päpstlichen Lateran Universität, Rom, und an der Theologischen Hochschule Alba Julia in Siebenbürgen inne. 2010 übernahm Peter Schallenberg das Direktorat der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle (KSZ) in Mönchengladbach. 2018 berief Papst Franziskus ihn als Konsultor in das Dikasterium für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen im Vatikan. Prof. Schallenberg publiziert regelmäßig zu Fragen der katholischen Soziallehre.

Das Video erläutert den Unterschied zwischen Naturrecht und Gnade aus christlich theologischer Perspektive. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass jeder Mensch aufgrund seines Gewissens grundlegende Maßstäbe von Recht, Gerechtigkeit und moralischem Handeln erkennen kann. Das Naturrecht umfasst dabei jene allgemeinen Regeln des Zusammenlebens, die sich auf den Schutz des Lebens, die Wahrhaftigkeit, das Eigentum und die Familie beziehen. Der Referent verweist auf die Goldene Regel sowie auf Immanuel Kants kategorischen Imperativ als Beispiele für solche universalen moralischen Prinzipien. Dem Naturrecht wird die Gnade gegenübergestellt. Während das Naturrecht den Bereich der Gerechtigkeit beschreibt, verweist die Gnade auf den Bereich der Liebe und des unverdienten Geschenks. An alltäglichen Beispielen wird verdeutlicht, dass Liebe nicht eingefordert oder erzwungen werden kann. Theologisch wird dies auf die Beziehung zwischen Gott und Mensch übertragen, in der Gottes Liebe als freies Geschenk verstanden wird, das den Menschen glücklich macht und über die bloße Gerechtigkeit hinausführt.

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Für den Religionsunterricht eignet sich das Video besonders für die Behandlung ethischer und theologischer Fragestellungen in der Sekundarstufe II. Die Lernenden können zunächst den Begriff des Gewissens analysieren und diskutieren, ob es tatsächlich universelle moralische Prinzipien gibt, die allen Menschen zugänglich sind. In einem ersten Arbeitsschritt bietet sich die Erarbeitung der Merkmale des Naturrechts an. Die Lernenden können konkrete Beispiele aus ihrem Alltag sammeln und prüfen, welche Handlungen sich mit der Goldenen Regel oder dem kategorischen Imperativ begründen lassen. Anschließend kann die Frage diskutiert werden, ob moralisches Handeln vor allem auf Pflichten oder auf Beziehungen beruht. Besonders interessant ist die Gegenüberstellung von Gerechtigkeit und Liebe. Die Lernenden können anhand von Fallbeispielen untersuchen, wo rechtliche Ansprüche enden und wo menschliche Zuwendung, Vergebung oder Liebe beginnen. In Gruppenarbeiten können Situationen analysiert werden, in denen Menschen zwar gerecht behandelt werden, sich aber dennoch nicht angenommen oder geliebt fühlen. Ebenso bietet sich eine Diskussion darüber an, ob Liebe tatsächlich niemals eingefordert werden kann. Im theologischen Teil kann die Bedeutung der Gnade erschlossen werden. Die Lernenden reflektieren dabei die christliche Vorstellung von Gottes Liebe als unverdientes Geschenk und setzen diese mit eigenen Erfahrungen von Anerkennung, Vertrauen und Wertschätzung in Beziehung. Methodisch eignet sich das Medium für Partnergespräche, ethische Dilemmadiskussionen, Fallanalysen sowie für die Erstellung von Vergleichstabellen zwischen Naturrecht und Gnade. Das Video eröffnet dadurch einen anschaulichen Zugang zu zentralen Fragen der Ethik, der Anthropologie und der christlichen Gotteslehre.

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