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Antisemitismus 1938 - Verbotene Bilder vom Pogrom

Veröffentlichung:5.11.2023

In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 brennen überall in Deutschland die Synagogen. Das Nazi-Regime untersagt, Aufnahmen von den Exzessen zu veröffentlichen. Dennoch entstehen Bilder, die es eigentlich nicht geben dürfte. Erst Jahrzehnte später werden viele von ihnen gefunden. Wer hat sie gemacht? Und was erzählen sie von der Nacht des Terrors?
Der staatliche Antisemitismus beginnt mit Hitlers Aufstieg zur Macht. Die Ausgrenzung von Jüdinnen und Juden schlägt während der Novemberpogrome um in offenen Hass. Vorwand für die Pogrome ist die Tat des Juden Herschel Grynszpan, der am 7. November 1938 auf den deutschen Diplomaten Ernst vom Rath schießt.
Der nun stattfindende, geplante Gewaltausbruch gleicht einem Flächenbrand. Über 1400 Synagogen in Deutschland werden gebrandschatzt oder verwüstet. Es sterben mehr als 400 Menschen, zahllose Frauen werden vergewaltigt. Die SS sperrt 30.000 jüdische Männer in Konzentrationslagern ein. Viele werden die Haft nicht überleben.

Das Video dokumentiert die Ereignisse der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 anhand außergewöhnlicher Fotografien und Filmaufnahmen, die lange Zeit unbekannt waren. Es zeigt die Zerstörung von Synagogen, jüdischen Geschäften und Gemeindeeinrichtungen in zahlreichen deutschen Städten und verdeutlicht, wie die nationalsozialistische Gewalt gegen Jüdinnen und Juden von Ausgrenzung in offenen Terror überging. Besonders eindrucksvoll sind die historischen Bildquellen, die nicht nur die brennenden Synagogen dokumentieren, sondern auch Täter, Zuschauer, Plünderungen und die Reaktionen der Bevölkerung sichtbar machen. Das Video rekonstruiert die Hintergründe der Ereignisse, erläutert die Bedeutung der Synagogen für das jüdische Leben in Deutschland und zeigt die Folgen der Pogromnacht für die Betroffenen bis hin zu Deportation, Verfolgung und Ermordung während des Holocaust. Durch die Verbindung von historischen Aufnahmen, Zeitzeugenberichten und wissenschaftlichen Einordnungen wird deutlich, wie systematisch die nationalsozialistische Verfolgungspolitik vorbereitet und umgesetzt wurde.

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Für den Religionsunterricht bietet das Video vielfältige Möglichkeiten zur historischen, ethischen und theologischen Auseinandersetzung mit Antisemitismus, Menschenwürde und Erinnerungskultur. Es eignet sich besonders für Unterrichtseinheiten zu Judentum, Nationalsozialismus, Holocaust, Verantwortung und Menschenrechten. Die Lernenden können zunächst ausgewählte Bildquellen analysieren und ihre Beobachtungen zu Tätern, Opfern und Zuschauern festhalten. Anschließend bietet sich eine vertiefende Auseinandersetzung mit der Frage an, welche Rolle Mitläufer, Zuschauer und staatliche Institutionen bei der Durchsetzung von Unrecht spielen. Die im Video gezeigten Fotografien ermöglichen eine quellenkritische Arbeit, bei der die Lernenden untersuchen, wer die Aufnahmen gemacht hat, warum sie entstanden sind und welche Perspektiven sie vermitteln. Besonders wertvoll ist die Verbindung von historischer Analyse und ethischer Reflexion. Die Lernenden können diskutieren, wie Vorurteile entstehen, wie Ausgrenzung gesellschaftlich akzeptiert werden kann und welche Verantwortung Menschen in Situationen von Diskriminierung tragen. Im Rahmen einer Erinnerungskultur lassen sich Bezüge zur Gegenwart herstellen, etwa zu aktuellem Antisemitismus, Rassismus oder gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Methodisch eignen sich Bildanalysen, Quellenarbeit, Lerntempoduette, Gruppenpuzzle, Perspektivwechsel, Standbilder, biografisches Lernen sowie Diskussionen über Zivilcourage und Verantwortung. Auch eine Verbindung mit theologischen Fragestellungen ist möglich, beispielsweise zur Gottesebenbildlichkeit des Menschen, zur Unantastbarkeit der Menschenwürde oder zur Frage nach Schuld, Verantwortung und Versöhnung. Das Medium fördert historisches Lernen, ethische Urteilsbildung und demokratische Bildung gleichermaßen und leistet einen wichtigen Beitrag zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus.

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10.2 Dem Zeitgeist widerstehen: Kirche und Diktatur.

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