Für den Religionsunterricht bietet das Video vielfältige Möglichkeiten zur historischen, ethischen und theologischen Auseinandersetzung mit Antisemitismus, Menschenwürde und Erinnerungskultur. Es eignet sich besonders für Unterrichtseinheiten zu Judentum, Nationalsozialismus, Holocaust, Verantwortung und Menschenrechten. Die Lernenden können zunächst ausgewählte Bildquellen analysieren und ihre Beobachtungen zu Tätern, Opfern und Zuschauern festhalten. Anschließend bietet sich eine vertiefende Auseinandersetzung mit der Frage an, welche Rolle Mitläufer, Zuschauer und staatliche Institutionen bei der Durchsetzung von Unrecht spielen. Die im Video gezeigten Fotografien ermöglichen eine quellenkritische Arbeit, bei der die Lernenden untersuchen, wer die Aufnahmen gemacht hat, warum sie entstanden sind und welche Perspektiven sie vermitteln. Besonders wertvoll ist die Verbindung von historischer Analyse und ethischer Reflexion. Die Lernenden können diskutieren, wie Vorurteile entstehen, wie Ausgrenzung gesellschaftlich akzeptiert werden kann und welche Verantwortung Menschen in Situationen von Diskriminierung tragen. Im Rahmen einer Erinnerungskultur lassen sich Bezüge zur Gegenwart herstellen, etwa zu aktuellem Antisemitismus, Rassismus oder gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Methodisch eignen sich Bildanalysen, Quellenarbeit, Lerntempoduette, Gruppenpuzzle, Perspektivwechsel, Standbilder, biografisches Lernen sowie Diskussionen über Zivilcourage und Verantwortung. Auch eine Verbindung mit theologischen Fragestellungen ist möglich, beispielsweise zur Gottesebenbildlichkeit des Menschen, zur Unantastbarkeit der Menschenwürde oder zur Frage nach Schuld, Verantwortung und Versöhnung. Das Medium fördert historisches Lernen, ethische Urteilsbildung und demokratische Bildung gleichermaßen und leistet einen wichtigen Beitrag zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus.