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Uni Auditorium - Wissen online

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Nietzsche: Gut und böse, Gut und schlecht

Veröffentlichung:27.2.2017

Das Video setzt sich mit grundlegenden Einwänden gegen eine Ethik des Sollens auseinander, wie sie insbesondere mit dem Denken von Immanuel Kant verbunden wird. Ausgangspunkt sind verschiedene philosophische und wissenschaftliche Kritiken an moralischen Begriffen wie Gut und Böse. Dabei werden zunächst die Überlegungen von Friedrich Nietzsche vorgestellt, der in seiner Genealogie der Moral die Unterscheidung zwischen Gut und Böse als historisch entstandenes Produkt gesellschaftlicher Machtverhältnisse deutet. Anschließend werden Positionen der Soziobiologie behandelt, die Moral auf biologische und evolutionäre Prozesse zurückführen. Weitere Kritikpunkte betreffen die religiösen Voraussetzungen moralischer Normen, die Frage nach metaphysischen Grundlagen der Ethik sowie das grundlegende Problem, warum Menschen überhaupt moralisch handeln sollen. Am Ende wird die Frage aufgeworfen, wie ethische Probleme in gegenwärtigen gesellschaftlichen und politischen Debatten verstanden werden können.

Nietzsche fragt nach Gut und Böse. Er versteht diese Einteilung als Aufstand der Schwachen gegen die Starken. Vor dieser Umkehr waren die Starken die Guten und triumphierten über die Schwachen. Nun werden die wenigen Starken von den vielen Schwachen als böse angesehen. Nietzsche sieht den Sieg des Starken als notwendig zur Erhaltung einer zum Überleben fähigen Menschheit an. Nietzsche strebt zudem eine Ethik ohne Metaphysik, also ohne Gott an. Kant benötigt die Metaphysik mit seinen unbedingten Forderungen, die nicht empirisch an die Welt gebunden sind, sondern metaphysisch bedingt sind.

PHILOSOPHISCHE ETHIK

Das menschliche Leben ist eine Abfolge von Entscheidungen. Der Mensch steht daher unausweichlich vor der Frage nach dem richtigen Handeln. Hier sucht die Ethik nach einer begründeten Antwort. Kriterium des richtigen Handels ist die Selbstzwecklichkeit des Menschen. Verantwortbar ist ein Handeln, das den berechtigten Anspruch der Betroffenen auf ihr Glück und die dazu erforderlichen Güter und Rechte respektiert.

WONACH FRAGT DIE PHILOSOPHISCHE ETHIK?

Die beiden klassischen Antworten in der Geschichte der Philosophie lauten: (a) sie fragt nach dem Glück; das ist die Antwort der Antike (Aristoteles). Dagegen ist einzuwenden: Das Glück ist eine subjektive Größe. Jeder muss nach seiner eigenen Fasson glücklich werden. (b) Sie fragt, was wir tun sollen; das ist die Antwort der Moderne (Kant). Dagegen stehen die Einwände Nietzsches und der Soziobiologie.

Eine Vorlesungsreihe in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Philosophie, München.

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Für den Religionsunterricht eignet sich das Video besonders für die Oberstufe im Rahmen der Themen Ethik, Gewissen, Freiheit, Verantwortung und Moralphilosophie. Die Lernenden können anhand der dargestellten Positionen unterschiedliche Begründungsmodelle moralischen Handelns vergleichen und kritisch reflektieren. Methodisch bietet sich zunächst eine arbeitsteilige Gruppenarbeit an, in der einzelne Gruppen jeweils einen der vorgestellten Einwände analysieren und auf Plakaten oder digitalen Pinnwänden darstellen. Anschließend können die Ergebnisse in einer Podiumsdiskussion zusammengeführt werden. Besonders gewinnbringend ist die Gegenüberstellung von Kant und Nietzsche, da hier unterschiedliche Menschenbilder und Vorstellungen von Moral sichtbar werden. Ebenso kann die Frage nach biologischen Grundlagen moralischen Handelns mit aktuellen Erkenntnissen aus Evolutionsbiologie und Neurowissenschaften verbunden werden. Im Religionsunterricht eröffnet das Video zudem die Möglichkeit, religiöse Begründungen von Moral mit säkularen Ansätzen zu vergleichen und die Bedeutung von Gewissen, Freiheit und Verantwortung zu diskutieren. Eine vertiefende Transferaufgabe könnte darin bestehen, aktuelle gesellschaftliche Konflikte oder politische Debatten daraufhin zu untersuchen, welche ethischen Begründungsmuster dort verwendet werden. Das Medium fördert somit Urteilsfähigkeit, Perspektivübernahme, Argumentationskompetenz und die Fähigkeit, philosophische Positionen auf gegenwärtige Fragestellungen anzuwenden.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe II | Q3 Ethik – die Frage nach Gut und Böse

Q3.1 Moralisch argumentieren – Modelle der Ethik.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe II | 12/2 Gutes Handeln unter dem Anspruch des Christseins

12.2 / 3. Gesellschaftlich-politische Verantwortung aus christlicher Motivation.

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