Das Video widmet sich einer der schwierigsten Fragen der Religionsphilosophie und Theologie: Wie kann es Leid und Böses in der Welt geben, wenn der Ursprung der Welt gut ist? Diese Frage wird als Theodizeefrage bezeichnet und bereits in der antiken Philosophie behandelt. Der Vortrag zeigt, dass die Problematik nicht erst im Christentum entsteht, sondern bereits bei den griechischen Philosophen eine zentrale Rolle spielt. Im Mittelpunkt stehen die Überlegungen von Platon, der die Vorstellung eines einheitlichen und vollkommen guten göttlichen Ursprungs entwickelt. Das Video erläutert, warum mit dieser Vorstellung zugleich die Frage entsteht, wie das Böse überhaupt möglich sein kann. Platon betont die Macht des Guten und das Vertrauen darauf, dass gerechtes Handeln letztlich nicht vergeblich ist. Gleichzeitig ringt er mit unterschiedlichen Erklärungen für die Entstehung des Bösen, etwa durch Irrtum, falsche Lebensentscheidungen, innere Unordnung der Seele oder die Unvollkommenheit der materiellen Welt. Darüber hinaus werden Bezüge zu späteren philosophischen Traditionen hergestellt, insbesondere zu Gottfried Wilhelm Leibniz und Plotin. Das Video verdeutlicht, dass die Frage nach dem Ursprung des Bösen bis heute zu den grundlegenden Herausforderungen religiösen und philosophischen Denkens gehört.
Gibt es für uns einen Bezug zum Ewigen, Göttlichen, so dass die Welt nicht einfach „alles“ ist? Haben wir eine letzte Orientierung, einen letzten Halt? Die Antwort der Religion ist die, dass wir aus einem uns tragenden, aber auch uns beanspruchenden Sinngrund leben, in dem wir Halt und Orientierung finden und für den der Name „Gott“ steht.
Seit Beginn des kritischen Denkens im alten Griechenland wollte man diese Antwort im Diskurs denkend entscheiden.
GLAUBE AN GOTT – EIN LETZTES VERTRAUEN TROTZ BOSHEIT UND LEID
Wie ist die Annahme eines allmächtigen und gütigen Gottes mit dem Übel und dem Bösen in der Welt vereinbar? Muss nicht eines von beiden Attributen Gott abgesprochen werden? Doch ist bei einer Trennung beider überhaupt noch von einer letzten Macht oder einer letzten Gutheit zu sprechen?
Mit einer prinzipiellen Antwort auf das Theodizee-Problem ist die Frage, warum es so viel Leid und Böses in der Welt gibt, nicht zu beantworten. Die Philosophie kann uns jedoch lehren, auch mit offenen Fragen zu leben. Sie weiß sich darin eins mit der Religion, die ihren Glauben als Vertrauen versteht.
Eine Vorlesungsreihe in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Philosophie, München.