Das Video behandelt die ethischen Tugenden in der Philosophie des Aristoteles und erklärt, wie Menschen durch die Ausbildung von Charaktertugenden ein gutes und gelingendes Leben erreichen können. Ausgangspunkt ist die aristotelische Vorstellung der Eudaimonia als höchstes Ziel menschlichen Lebens. Das Medium erläutert zunächst den Begriff der Tugend als Vortrefflichkeit und zeigt, dass der Mensch seiner Bestimmung entspricht, wenn er sich von der Vernunft leiten lässt. Anschließend wird dargestellt, wie ethische Tugenden nicht durch Unterricht, sondern durch Erziehung, Übung und Gewöhnung entstehen. Im Mittelpunkt steht die sogenannte Mesoteslehre, nach der jede Tugend die angemessene Mitte zwischen einem Zuviel und einem Zuwenig darstellt. An Beispielen wie Tapferkeit, Großzügigkeit, Wahrhaftigkeit oder Freundlichkeit wird verdeutlicht, wie diese Mitte gefunden werden kann. Besonders anschaulich illustriert das Video anhand einer Konfliktsituation in einer S Bahn die Bedeutung von Klugheit und moralischer Einsicht für verantwortliches Handeln. Dadurch wird die aristotelische Tugendethik als praxisnahes Modell moralischer Orientierung erfahrbar.
Die Gerechtigkeit ist die wichtigste aller ethischen Tugenden. Was Aristoteles unter Gerechtigkeit versteht, welche Arten von Gerechtigkeit er unterscheidet und inwiefern diese Tugend eine Sonderstellung unter den ethischen Tugenden einnimmt, erfährst du in diesem Clip.
Aristoteles betrachtet die Tugend der Gerechtigkeit als die wichtigste unter den elf ethischen Tugenden. In seinem 5. Buch der Nikomachischen Ethik erklärt er, dass Gerechtigkeit eine Schlüsselrolle im menschlichen Zusammenleben spielt. Diese Tugend ist besonders wichtig, da sie sich auf den Umgang mit anderen Menschen und die Gemeinschaft bezieht. Gerechtigkeit bedeutet sowohl den Vollbesitz aller ethischen Tugenden als auch die Achtung vor dem Gesetz. Aristoteles unterscheidet zwischen allgemeiner und spezieller Gerechtigkeit. Die spezielle Gerechtigkeit, als eine der elf Einzeltugenden, entsteht durch Gewöhnung und betrifft Fragen des Gebens, Nehmens, Verteilens und Korrigierens. Innerhalb der speziellen Gerechtigkeit unterscheidet Aristoteles zwischen ausgleichender Gerechtigkeit (zwischen Personen) und austeilender Gerechtigkeit (Zuteilung öffentlicher Güter). Beide Formen erfordern das Finden der rechten Mitte zwischen Zuviel und Zuwenig.