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Pietisten – erweckte Fromme oder gläubige Spießer

Veröffentlichung:14.3.2020

Das Video bietet eine allgemeinverständliche Einführung in die Geschichte, Entstehung und Bedeutung des Pietismus innerhalb des Protestantismus. Ausgehend von der Kritik Philipp Jakob Speners an einer erstarrten und institutionell geprägten Kirche werden die zentralen Anliegen der pietistischen Bewegung vorgestellt. Dazu gehören die persönliche Glaubensentscheidung, die Bedeutung der Bibel für das tägliche Leben, das Priestertum aller Gläubigen, die praktische Umsetzung des Glaubens im Alltag sowie das soziale Engagement für benachteiligte Menschen. Darüber hinaus werden bedeutende Vertreter wie August Hermann Francke, Johann Albrecht Bengel und Nikolaus Ludwig von Zinzendorf vorgestellt. Das Video zeigt zudem die historische Entwicklung des Pietismus, seine Bedeutung für Mission, Diakonie und Erweckungsbewegungen sowie seinen Einfluss auf Freikirchen, evangelikale Bewegungen und Teile des heutigen Protestantismus. Gleichzeitig werden Chancen und Kritikpunkte der pietistischen Tradition reflektiert.

Pietas und die Frömmigkeit des Lebens der Liebesbotschaft sind Thema dieses Videos. Der Umfang der Dogmatik wird dabei als hinderlich für die direkte Umsetzung der Zentralbotschaft Jesu gesehen. Hey Leute habt ihr euch schon mal Flos Frisur genauer angeschaut? Ein Männer-Dutt! Der Dutt, aber eher nicht bei Männern, selber ist das Erkennungszeichen einer religiösen Erweckungsbewegung: der Pietisten, und darum geht es heute.

Der Text behandelt den Begriff "Pietismus" und seine Herleitung. Der Autor bespricht die Ursprünge des Pietismus durch Philipp Jakob Spener, der im 17. Jahrhundert die institutionalisierte evangelische Kirche kritisierte. Spener betonte die persönliche Frömmigkeit, die Bedeutung der Bibel und die Umsetzung des christlichen Glaubens im Alltag. Der Begriff "Pietismus" leitet sich von "pietas" ab, was Frömmigkeit bedeutet. Spieler erkannte, dass die Kirche von ihrer eigentlichen Aufgabe, das Evangelium zu verbreiten, abgewichen war. Der Pietismus fördert persönliches Bibelstudium, Gebet und die Relevanz des Glaubens im Alltag. Es wird betont, dass Gläubige, unabhängig von theologischer Bildung, das Priestertum aller Gläubigen ausüben sollten.

Der Text erwähnt auch andere bedeutende Vertreter des Pietismus, darunter August Hermann Francke und Nikolaus Ludwig von Zinzendorf. Francke gründete Waisenhäuser und unterstützte Bedürftige, während Zinzendorf die Herrnhuter Brüdergemeine gründete und die protestantische Missionsbewegung vorantrieb. Es wird betont, dass der Pietismus Teil der evangelischen Kirche ist und die Landeskirchen durch verschiedene Erweckungsbewegungen im 18. und 19. Jahrhundert beeinflusst hat. Der Pietismus wird auch heute durch Verbände wie den Gnadauer Verband repräsentiert und hat Einfluss auf Freikirchen, evangelikale Gemeinden und charismatische Gemeinden.

Der Text hebt die Kritik am Pietismus hervor, insbesondere die Tendenz zur Abschottung von der Welt und mögliche Konflikte mit traditionellen Kirchengemeinden. Trotzdem betont der Autor die zentrale Bedeutung des Pietismus für die evangelische Christenheit in Deutschland und seine weltweite Auswirkung.

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Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe II sowie für kirchengeschichtliche Unterrichtseinheiten in der Oberstufe. Es kann in Themenbereichen wie Reformation und ihre Folgen, Kirchengeschichte, evangelische Frömmigkeitsbewegungen, religiöse Erneuerungsbewegungen, Kirche und Gesellschaft sowie Formen gelebten Glaubens eingesetzt werden. Aufgrund seiner anschaulichen Darstellung ermöglicht das Medium einen lebensnahen Zugang zu einer historischen Bewegung, deren Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen.

Ein sinnvoller Unterrichtseinstieg kann über die Frage erfolgen, was Glauben eigentlich ausmacht. Die Lernenden können zunächst zwischen institutioneller Religionszugehörigkeit und persönlicher Glaubensüberzeugung unterscheiden. Anschließend lässt sich diskutieren, ob Kirche vor allem eine Institution oder eine Gemeinschaft von Glaubenden sein sollte. Diese Fragestellung eröffnet einen direkten Zugang zu den Anliegen des Pietismus.

Während der Videoarbeit können arbeitsteilige Gruppenaufträge vergeben werden. Eine Gruppe untersucht die Reformideen Philipp Jakob Speners. Eine weitere Gruppe analysiert die Bedeutung August Hermann Franckes für Bildung und Diakonie. Eine dritte Gruppe beschäftigt sich mit Zinzendorf, den Herrnhutern und der Missionsbewegung. Eine vierte Gruppe arbeitet zentrale Merkmale pietistischer Frömmigkeit heraus. Die Ergebnisse können anschließend in Form eines Expertenpuzzles zusammengeführt werden.

Besonders gewinnbringend ist eine vergleichende Analyse zwischen den Anliegen der Reformation Martin Luthers und den Forderungen der Pietisten. Die Lernenden können untersuchen, welche Probleme beide Bewegungen wahrnahmen und welche Lösungsansätze sie entwickelten. Dadurch wird deutlich, dass religiöse Reformbewegungen häufig aus dem Wunsch entstehen, den ursprünglichen Kern des Glaubens neu zu entdecken.

Methodisch bietet sich zudem eine kontroverse Diskussion über die Chancen und Risiken religiöser Bewegungen an. Die Lernenden können beispielsweise der Frage nachgehen, ob eine starke Betonung persönlicher Frömmigkeit eher zur gesellschaftlichen Verantwortung motiviert oder zur Abschottung führen kann. Hierbei können auch die im Video angesprochenen Kritikpunkte am Pietismus reflektiert werden.

Für eine vertiefende Auseinandersetzung eignet sich die Analyse ausgewählter Quellen aus den „Pia Desideria“ Speners oder die Beschäftigung mit den Herrnhuter Losungen. Ebenso kann untersucht werden, welche Elemente pietistischer Spiritualität sich bis heute in Kirchengemeinden, Jugendverbänden und Freikirchen wiederfinden.

Das Medium fördert insbesondere historische Urteilskompetenz, religiöse Deutungskompetenz und die Fähigkeit zur kritischen Reflexion kirchlicher Entwicklungen. Die Lernenden erkennen, wie religiöse Reformbewegungen gesellschaftliche Veränderungen anstoßen können und wie historische Glaubensbewegungen bis heute das kirchliche Leben prägen. Darüber hinaus eröffnet das Video die Möglichkeit, über die Bedeutung persönlicher Glaubensüberzeugungen und deren Auswirkungen auf gesellschaftliches Engagement nachzudenken.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 8

8G.4a Auseinandersetzung in der Kirche. Von der Reformation zur Ökumene.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 8

8.3 Konfessionen wahrnehmen und verstehen: Reformation und Ökumene.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Katholisch – Evangelisch: Ist das nicht dasselbe?

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