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Prof. Dr. Harald Seubert

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Politeia: Was ist Gerechtigkeit?

Veröffentlichung:20.5.2020

Das Video widmet sich zentralen politischen und erkenntnistheoretischen Gedanken Platons. Im Mittelpunkt stehen der berühmte Philosophenkönig Gedanke, die Frage nach gerechter Herrschaft sowie Platons Analyse politischer Ordnungen und ihres Verfalls. Dabei wird erläutert, weshalb Platon fordert, dass politische Macht von Vernunft und Weisheit geleitet werden müsse. Das Video beschreibt außerdem Platons Kritik an Anarchie und Tyrannis sowie seine Überzeugung, dass eine gerechte Gemeinschaft auf Bildung, Vernunft und Orientierung am Guten angewiesen ist. Im zweiten Teil werden die dialektische Methode Platons und ihre Bedeutung für philosophisches Denken vorgestellt. Der Dialog erscheint dabei als Weg zur Wahrheit, während Kategorien wie Identität, Differenz, Verbindung und Trennung als grundlegende Denkformen erläutert werden. Abschließend wird deutlich, dass Platon trotz seiner Orientierung am Ewigen auch die Dynamik menschlichen Lebens, die Rolle von Bedürfnissen und die Notwendigkeit ihrer vernünftigen Gestaltung reflektiert.

Was ist Gerechtigkeit? Und wie zeigt sie sich in der kleinen Schrift der Seele und in der großen Schrift, der Polis im Zusammenleben der Menschen? Diese Fragen bewegt Platon in seinem Hauptwerk ‚Politeia‘, in dem die verschiedenen Fäden zusammenlaufen. Das ist weit mehr als eine Utopie: Es ist der atopische Entwurf eines Lebens und Denkens gemäß der Idee des Guten: fremd und faszinierend zugleich.

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Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht, Ethikunterricht und Philosophieunterricht der gymnasialen Oberstufe. Es eröffnet vielfältige Zugänge zu Fragen von Macht, Verantwortung, Gerechtigkeit und politischer Bildung. Lernende können zunächst die Vorstellung des Philosophenkönigs kritisch diskutieren und mit modernen demokratischen Gesellschaften vergleichen. Dabei bietet sich eine Auseinandersetzung mit der Frage an, welche Eigenschaften politische Führungspersönlichkeiten besitzen sollten und welche Rolle Bildung, Vernunft und moralische Orientierung in politischen Entscheidungsprozessen spielen. Die Analyse von Platons Beschreibung des Übergangs von geordneten politischen Verhältnissen zu Anarchie und Tyrannis ermöglicht zudem Bezüge zu historischen und aktuellen Entwicklungen politischer Systeme. Besonders gewinnbringend sind hier Gruppenarbeiten, Debatten oder Fallanalysen zu demokratischen Krisen und autoritären Herrschaftsformen. Die Darstellung der Dialektik als Gesprächsform bietet zahlreiche methodische Möglichkeiten für philosophische Dialoge im Unterricht. Lernende können eigene sokratische Gespräche führen, Argumentationsketten analysieren oder kontroverse gesellschaftliche Fragen im dialogischen Verfahren bearbeiten. Auch die Kategorien Identität, Differenz, Verbindung und Trennung lassen sich auf aktuelle gesellschaftliche Konflikte, Fragen von Gemeinschaft, Vielfalt und Zusammenhalt übertragen. Das Video fördert philosophische Urteilsbildung, Perspektivenübernahme und die Fähigkeit, komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge kritisch zu reflektieren. Durch die Verbindung von Politik, Ethik und Anthropologie eignet sich das Medium zudem hervorragend für fächerübergreifende Unterrichtsvorhaben.

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